Der Gott des Alpha und der Gott des Omega

GA 109/1909-05-25/p012 ·1909-05-25 · original (original)
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Wenn wir solche Augenblicke wiederholen und auf uns wirken lassen, dann wird eine Stärkung unseres ganzen Daseins nach allen Richtungen hin daraus erfließen. Zwar nicht von heute auf morgen, aber in steter Wiederholung solcher Gedanken werden der Trübsinn, das Wehklagen über unser Schicksal, das trübselige Temperament nach und nach hinschwinden. Ein Heilmittel unserer Seele wird Geist-Erkenntnis sein! Und wenn sie das wird, wenn sich unser Dasein so weitet, dann pflanzt sie in uns die Gesinnung, welche die Frucht der Geist-Erkenntnis ist. Das, was sie so in uns erstehen läßt, muß betrachtet werden als das geisteswissenschaftliche Ideal. Aller Zwiespalt, alle Disharmonien des Lebens werden gegenüber den harmonischen Gedanken und Gefühlen, die einen energischen Willen nach sich ziehen, fallen. Damit erweist sich die Geistesforschung nicht bloß als Wissen und Lehre, sondern als Kraft des Lebens und als Inhalt unserer Seele. Wenn sie so verstanden wird, dann wird sie imstande sein, im Leben derart zu wirken, daß sie den Menschen allen Sorgen und Kümmernissen entreißt. Und so muß sie wirken in unserer Zeit, denn sie verdankt ihr Dasein nicht einer Willkür, sondern der Erkenntnis, daß sie notwendig ist.

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