Der Gott des Alpha und der Gott des Omega
Der Mensch konnte in diesem Leben das Göttliche erkennen, aber er konnte nicht dieses Bewußtsein in die Zeit zwischen Tod und einer neuen Geburt hinübernehmen. Denn das war das Eigenartige in dieser Zeit, daß das Bewußtsein des Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt immer dunkler wurde. Nehmen wir eine Seele von einem Inder der alten Zeit. Wenn sie hinüberging durch den Tod und in der andern Welt war, so lebte sie noch in einer verhältnismäßig hellen Welt innerhalb geistiger Wesenheiten. In der persischen Kultur war das schon weniger der Fall. Die Welt zwischen Tod und neuer Geburt war dunkler geworden. Hindernisse türmen sich auf zwischen Seele und Seele, und einsam fühlt sich die Seele. Sie kann sozusagen nicht die Hand hinüberreichen zur andern Seele. Das ist das Schwere und Dunkle dieses Lebens in der geistigen Welt, daß man nicht gemeinsam mit andern gehen kann.
Cite:
GA 109/1909-05-25/p016 · edition original