Der Gott des Alpha und der Gott des Omega
Nun kam die persische Zeit, in der die menschliche Seele nicht mehr so viel hatte von der Kraft, die wie ein Erbgut aus der alten Zeit war. Hätte jetzt die Seele gesagt: Ich lenke meine Schritte zurück, ich will nicht in dieser Welt bleiben -, so würde sie nicht mehr die alten Götter gefunden haben. Dazu reichte die Kraft nicht mehr aus. Das ist mit der Fortentwickelung der Menschheit verbunden. Versuchte jetzt die Seele den Blick hinwegzulenken über die äußere Welt und sie bloß als Maja anzusehen, so hätte das dazu geführt, nicht die hohen Götter zu sehen, sondern nur die untergeordneten Devas, die schlimmen geistigen Wesenheiten, die nicht zu den hohen Göttern gehören, und die in das Böse herabgefallen sind. Dies hätten die Seelen gefunden. Weil diese Gefahr vorlag, mußte der Seele gezeigt werden, wie sie, nicht sich abwendend von der Sinneswelt, sondern ausgehend von ihr, in ihr mehr sehen kann, wie die Sinneswelt ein äußerer Ausdruck für ein Geistiges ist. Wenn sich der Blick zur Sonne emporwendet, so lernt die Seele in ihr nicht bloß die äußere physische Sonnenkraft sehen, sondern Ahura Mazdao, den Sonnengott, und dadurch wird die Seele fähig, auch innerhalb der Sinnenwelt etwas vom Göttlich-Geistigen zu wissen.
Cite:
GA 109/1909-05-25/p022 · edition original