Der Gott des Alpha und der Gott des Omega

GA 109/1909-05-25/p025 ·1909-05-25 · original (original)
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Alles in der Menschheitsentwickelung geschieht langsam und allmählich; nicht überall schreitet sie in der gleichen Weise vorwärts. Nach der atlantischen Flut waren die Völker nach dem Osten gezogen. Dieser oder jener Teil der atlantischen Nachkommen war in dieser oder jener Gegend geblieben, und diese Völker hatten sich verschieden entwickelt. Wodurch war der Inder fähig geworden, eine lebendige Empfindung zu haben für die geistige Welt? Dadurch, daß die Ich-Entwickelung einen ganz besonderen Gang genommen hat. Das Ich ist tief drinnen geblieben in der geistigen Welt, so daß es geneigt war, wenig Zusammenhang mit der physischen Welt zu finden. Das war die Eigentümlichkeit des Inders, daß er diesen Hang zum Geistigen der Vorzeit hatte und wenig Zusammenhang hatte mit der physischen Welt, mit der er sein Ich nicht in Verbindung bringen wollte. Daher blühen die Errungenschaften der äußeren Kultur nicht im Osten; die Völker dort haben keine Erfindungsgabe dafür. Im Westen hatte der Mensch mehr die Begabung, in der Außenwelt Hand anzulegen, da er die Aufgabe hatte, sie durchzuarbeiten. Persien bildete da gewissermaßen die Grenze zwischen Westen und Osten. Mehr im Osten blieben die Menschen, die den Blick wenig auf das äußere Sinnliche richteten. Daher konnte es kommen, daß sechshundert Jahre vor Christi für den Osten noch eine Lehre notwendig wurde, wie die des Buddha. Er mußte an diesen Punkt der Weltentwickelung hingestellt werden, weil er in den Seelen die Sehnsucht nach den geistigen Welten der Vorzeit wach erhalten sollte. Darum mußte er predigen gegen den Durst, in die physische Welt hineinzukommen. Und darum predigt er in einer Zeit, in der die Seele zwar noch den Hang, aber nicht mehr die Fähigkeit hatte, sich in die geistigen Welten zu erheben. Buddha predigt den Menschen die hohen Wahrheiten über das Leid, und er bringt ihnen die Erkenntnisse, die die Seelen hinwegheben über diese Welt des Leides.

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