Die physische Welt als Ausdruck geistiger Wirkungen und Wesen

GA 109/1909-06-07/p005 ·1909-06-07 · original (original)
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Gestern wurde gesagt, daß wenn der Mensch im Devachan sein geistiges Urbild ausgebildet hat, er den Impuls erhält, wieder herunterzugehen auf den physischen Plan, etwa so, wie wenn ein Gedanke reif ist und Sie den Drang fühlen, ihn in die Tat umzuarbeiten. Doch das ist noch halb abstrakt gesagt. Was ist es, das die Seele eigentlich veranlaßt, wieder in die physische Welt herunterzugehen, das ihr den Impuls dazu besonders eingibt? Während der Kamalokazeit, wo sich die Seele das Hängen am physischen Leben allmählich abgewöhnt, nimmt sie fortwährend in den Erlebnissen Impulse auf, die ihr den Willen entzünden, Entwickelungshindernisse aus dem Weg zu räumen. Sie erlebt selbst an sich den Schmerz und den Schaden nach, den sie andern gegenüber angerichtet hat. In diesem Erleben des Schmerzes der andern entsteht bei ihr der Impuls: Das mußt du gut machen! - ein vorläufig unauslöschlicher Impuls. So nimmt die Seele Schritt für Schritt vom Kamaloka ins Devachan die Impulse der Ausbesserung ihrer Fehler mit. In den höheren Welten besteht noch viel mehr die Möglichkeit, daß dasjenige, was entsteht, in der entsprechenden Weise erhalten bleibt. Legt der Mensch nun nach der Kamalokazeit den Astralleib als dritten Leichnam ab, so löst sich von ihm alles das auf, woran das Ich noch nicht gearbeitet hat. Aber es bleibt in der Astralwelt zurück von dem, was er selbst als Entwickelungshindernisse in die Welt gesetzt hat, etwas wie ein Gewebe. Der Mensch pflastert sich wirklich selbst den Weg durch die Welt mit all den Formen, die ausdrücken, daß er diese oder jene Schädigung den andern verursacht hat. Hat der Mensch nun sein Urbild im Devachan vollendet und da hinein all das verwoben, was er als Extrakt seines Ätherleibes von der letzten Verkörperung mitgenommen hat, so geschieht jetzt eine Art von Befruchtung. Das Urbild wird befruchtet von dem Gewebe der eigenen unausgeglichenen Taten. Das erste also, was mit der Seele geschieht, nachdem sie ausgereift ist im Devachan, ist, daß sie eine Befruchtung erfährt mit dem, was wir ihr Karma nennen. Und dadurch erhält sie den Impuls, wieder auf die Erde herunterzusteigen, um möglichst viel von dem früher verursachten Schaden auszugleichen. Mit den Folgen der eigenen Taten wird die Seele befruchtet am Ende des Devachan. Dann erst ist sie vollständig reif zum Heruntersteigen zu einem neuen irdischen Dasein.

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