Die physische Welt als Ausdruck geistiger Wirkungen und Wesen

GA 109/1909-06-07/p009 ·1909-06-07 · original (original)
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Daher auch war es erst, als die Zweigeschlechtlichkeit auf Erden entstanden war, möglich, daß die Verkörperungen oder Reinkarnationen nacheinander erfolgen konnten. Da erst hatte der Mensch die Möglichkeit, irgendwie auf der Erde das verkörpern zu können, was das Ergebnis vom Früheren war. Daß das, was da unten auf der Erde sich vollzieht, und das, was von Inkarnation zu Inkarnation sich entwickeln und bereichern muß, was individuell ist, zusammenpaßt, das rührt davon her, daß männliches und weibliches Element zusammenwirken. Das menschliche Ich würde heute keinen passenden Körper mehr finden, wenn nicht das allgemeine Menschheitsprinzip abgeändert würde durch das männliche Element, das heißt, wenn nicht der allgemeine Typus zum Individuellen sich gestalten würde. Vom weiblichen Element her wirkt im wesentlichen der Ätherleib. Im Ätherleib, in dem die dauernden Neigungen liegen, ist die treibende Kraft des weiblichen Elements. In ihm ist verankert das, was das Generelle ist, das Gattungsmäßige. Im Ätherleib der Frau ist heute noch das Gegenbild dessen vorhanden, was man da außen findet als die Volksseele, als den Rassengeist. Volksseele und Rassengeist sind einander ähnlich. Fassen wir nun ins Auge, was als Geistiges der Befruchtung zugrunde liegt, so müssen wir sagen: Die Befruchtung an sich ist nichts anderes als eine Art Ertötung der lebendigen Kräfte des Ätherleibes. Schon bei der Befruchtung wird der Tod hineingewoben in den menschlichen Leib. Es ist etwas, was den Ätherleib, der sich sonst ins Unendliche vervielfältigen würde, verhärtet, ihn sozusagen abtötet. Das, was von der weiblichen Natur herrührt, der Ätherleib, der sonst nur Kopien gestalten würde, wird durch den männlichen Einfluß verdichtet und dadurch wird er der Bildner der neuen menschlichen Individualität. Die Fortpflanzung besteht in der Erzeugung einer Kopie des weiblichen Ätherleibes; dadurch, daß er durch die Befruchtung in einer gewissen Beziehung verhärtet wird, abgetötet, wird er zugleich individualisiert. Und in dem abgetöteten Ätherleib liegt die Formkraft verborgen, die den neuen physischen Menschen hervorbringt. So rücken zusammen Befruchtung und Fortpflanzung. Wir sehen also, daß zweierlei Befruchtungen stattfinden: unten die physische, menschliche Befruchtung, und oben die Befruchtung des Urbildes durch das eigene Karma. Schon vom achtzehnten bis einundzwanzigsten Tage an, sagten wir, arbeitet das Ich an dem Embryo; aber erst viel später, nach sechs Monaten, arbeiten an dem Embryo andere Kräfte mit, die wir die Kräfte nennen können, die das Karmische des Menschen bedingen. Wir können es so ausdrücken, daß wir sagen: da greift jenes Gewebe ein, das aus Karma gewoben ist. Nach und nach greifen diese Kräfte ein. - Nun gibt es aber auch hier Ausnahmen, so daß in späterer Zeit eine Auswechslung des Ich eintreten kann. Darüber wollen wir später noch sprechen. Das allererste, was da eingreift zur Ausgestaltung, ist das Ich.

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