{"corpus":"steiner","locus":"GA 109/1909-06-07/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es wurde schon erwähnt, daß höhere Wesenheiten mitwirken bei der Verkörperung des neuen Menschen. Sie werden das begreifen, wenn Sie bedenken, daß niemals eine völlige Entsprechung stattfindet zwischen dem, was sich von oben zur Verkörperung herabsenkt, und dem, was dieses sich an Hüllen da unten anlegen läßt. Sie kann erst stattfinden, diese völlige Entsprechung des Oberen und des Unteren, wenn der Mensch am Ziele seiner Entwickelung angelangt sein wird, wenn er Atma erreicht hat. Wenn er den physischen Leib in Atma, den Ätherleib in Buddhi, den Astralleib in Manas umgewandelt haben wird, dann steht der Mensch an dem Evolutionspunkte, wo er mit vollständig freiem Willen seine letzte Inkarnation sich selbst wählt. Vorher ist ein wirkliches Zusammenpassen unmöglich. Bedenken Sie: so wie der Mensch heute ist, hat er nur einen Teil seines Astralleibes, einen Teil seines Ätherleibes und seines physischen Leibes umgearbeitet. Und darüber nur ist er Herr. Aber das, was er noch nicht umgearbeitet hat, das muß ihm von außen her ankristallisiert werden. Andere Wesenheiten müssen ihm das angliedern. Das sind zwei verschiedene Arten von Wesenheiten, die sich daran beteiligen, solche, die ihm den Ätherleib angliedern, und solche, die ihn dem Elternpaar zuführen. Den Ätherleib sich selbst angliedern könnte der Mensch auf der heutigen Stufe seiner Entwickelung noch nicht. Durch die im Ätherleib liegenden Kräfte entsteht für den Menschen der Moment des Vorgesichts, von dem wir gestern gesprochen haben. Wenn nun der Mensch den Ätherleib und den Astralleib hat, und der physische Leib dann angegliedert wird, dann kommt der Augenblick, wo das Vorgesicht verschwinden muß; da muß der Ätherleib sich in den physischen Leib hineinpassen. Der Ätherleib, er ist ja nicht nur der Träger des Gedächtnisses, sondern alles Zeitlichen: der Erinnerung und der Voraussicht. Wenn er aber in den physischen Leib eintritt, ist er gebunden an die physischen Gesetze, und diese löschen seine Macht in gewisser Beziehung aus. Geradeso wie der Mensch durch den Einfluß des physischen Leibes sein Gedächtnis nur bis zu einem gewissen Grade entfalten kann, während nach dem Tode, wenn der Ätherleib wieder frei ist, er das ganze Erinnerungsbild herstellt, genau so ist es mit der Vorschau: das Schauen in die künftige Zeit wird beschränkt in der physischen Welt durch den physischen Leib. Das ist der normale Verlauf der Einkörperung. Den neulich angedeuteten Schock erhält die Seele durch eine abnorme Vorschau schwerer Verhältnisse seines späteren Lebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die physische Welt als Ausdruck geistiger Wirkungen und Wesen","site_heading":null,"date":"1909-06-07","location":null,"word_count":389,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/109/1909-06-07/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/109/1909-06-07/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/109/1909-06-07/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}