{"corpus":"steiner","locus":"GA 11/l07/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man in der Erdentwickelung noch weiter zurückgeht, als dies in den vorhergehenden Aufsätzen geschehen ist, so kommt man auf immer feinere stoffliche Zustände unseres Himmelskörpers. Die Stoffe, die später fest geworden sind, waren vorher in flüssigen, noch früher in dunst- und dampfförmigen, und in weiterer Vergangenheit in feinsten (ätherischen) Zuständen. Erst die abnehmende Wärme hat die Verfestigung der Stoffe bewirkt. Hier soll nun zurückgegangen werden bis zu dem feinsten ätherischen Zustande der Stoffe unseres irdischen Wohnplatzes. Als sich die Erde in einer solchen Entwickelungsepoche befand, betrat sie der Mensch. Früher gehörte er anderen Welten an, von denen später gesprochen werden soll. — Nur auf die unmittelbar vorhergehende soll noch gedeutet werden. Sie war eine sogenannte astrale oder seelische Welt. Die Wesen dieser Welt führten kein äußeres (physisches), leibliches Dasein. Auch der Mensch nicht. Er hatte bereits das im vorhergehenden Aufsatz erwähnte Bilderbewußtsein ausgebildet. Er hatte Gefühle, Begierden. Doch alles das war in einem Seeleneib beschlossen. Nur dem hellseherischen Blick wäre ein solcher Mensch wahrnehmbar gewesen. — Und allerdings hatten alle höher entwickelten damaligen Menschenwesen ein solches Hellsehen, obgleich es ganz dumpf und traumartig war. Es war nicht selbstbewußtes Hellsehen. — Diese Astralwesen sind die Vorfahren des Menschen in einem gewissen Sinne. Was man heute «Mensch» nennt, trägt ja bereits den selbstbewußten *Geist* in sich. Dieser vereinigte sich mit dem Wesen, das aus jenem Vorfahren in der Mitte der lemurischen Zeit entstanden war. (Auf diese Vereinigung ist in den früheren Aufsätzen bereits hingedeutet. Wenn hier der Entwickelungsgang der Menschenvorfahren bis in diese Zeit dargelegt sein wird, soll die Sache noch einmal genauer zur Sprache kommen.) — Die Seelenoder Astralvorfahren des Menschen wurden in die feine oder Äthererde hereinversetzt. Sie sogen den feinen Stoff gleichsam — wie ein Schwamm, um grob zu sprechen — in sich auf. Indem sie sich so mit Stoff durchdrangen, bildeten sie sich ätherische Leiber. Dieselben hatten eine länglich elliptische Form, doch waren durch zarte Schattierungen des Stoffes Gliedmaßen und andere später zu bildende Organe bereits veranlagt. Der ganze Vorgang in dieser Masse war aber ein rein physisch-chemischer; nur war er geregelt und beherrscht von der Seele. — Hatte eine solche Stoffmasse eine bestimmte Größe erreicht, so spaltete sie sich in zwei, von denen eine jede dem Gebilde ähnlich war, aus dem sie entstanden war, und in der auch dieselben Wirkungen sich vollzogen wie in jenem. — Es war ein jegliches solches neue Gebilde wieder so seelenbegabt wie das Mutterwesen. Das rührte davon her, daß nicht etwa nur eine bestimmte Anzahl von Menschenseelen den irdischen Schauplatz betrat, sondern gleichsam ein Seelenbaum, der ungezählte Einzelseelen aus seiner gemeinsamen Wurzel hervorgehen lassen konnte. Wie eine Pflanze aus unzähligen Samenkörnern immer aufs neue ersprießt, so das seelische Leben in den zahllosen Sprossen, die sich aus den fortdauernden Spaltungen ergaben. (Allerdings war vom Anfang an eine engbegrenzte Zahl von Seelenarten vorhanden, wovon später gesprochen werden soll. Doch innerhalb dieser Arten ging die Entwickelung in der beschriebenen Weise vor sich. Jede Seelenart trieb ungezählte Sprossen.)","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"VII. Die hyperboräische und die polarische Epoche","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":493,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/11/l07/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["RSPI1959","TPS1911"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/11/l07/p002"},{"lang":"en","edition":"RSPI1959","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/11/l07/p002"},{"lang":"en","edition":"TPS1911","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/11/l07/p002?edition=TPS1911"}]}