Erster Vortrag

GA 110/1909-04-12/p004 ·1909-04-12 · original (original)
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Wenn wir zu sprechen haben von dem, was man geistige Hierarchien nennt, so bedeutet das ja, daß unsere Seelenaugen hinaufsteigen sollen zu denjenigen Wesenheiten, welche ihr Dasein über dem Menschen haben hier auf unserer Erde. Wir können sozusagen für sichtbare Augen nur durch Wesenheiten aufsteigen, welche vier Stufen einer Hierarchie darstellen: die mineralische Welt, die pflanzliche Welt, die tierische Welt, die menschliche Welt. Und über dem Menschen beginnt eine Welt von unsichtbaren Wesenheiten, und es ist dem Menschen durch die Erkenntnisse des Übersinnlichen, soweit sie ihm möglich sind, gegeben, eine Strecke hinaufzusteigen zu denjenigen Mächten und Wesenheiten, die in der übersinnlichen, in der unsichtbaren Welt die Fortsetzung dieser innerhalb der Erde befindlichen viergliedrigen Stufenfolge sind. Dasjenige Wissen und die Forschung, die uns in diese Gebiete führen, sie sind ja, wie Sie alle wissen, nicht etwas, was etwa erst in unserer Zeit hereintritt in die menschliche Entwickelung; es gibt eine - wir können sie so nennen — Urweltweisheit. Denn dasjenige, was der Mensch ergründen kann, was der Mensch wissen und erkennen kann, was er sich erringt an Begriffen und Ideen, was er sich erringt an Imaginationen und Inspirationen und Intuitionen des Hellsehens, alles das wird ja sozusagen vom Menschen nur nacherlebt, und vorgelebt und vorgewußt haben es eben die über dem Menschen stehenden Wesenheiten. Wenn wir einen trivialen Vergleich gebrauchen dürfen, so könnten wir sagen: Erst hat der Uhrmacher die Idee, den Gedanken der Uhr, dann verfertigt er danach die Uhr. Die Uhr ist gebildet nach den Gedanken des Uhrmachers, die vorangegangen sind, und hinterher kann jemand die Uhr zergliedern, analysieren und nachstudieren, welchen Gedanken des Uhrmachers diese Uhr entsprungen ist. Ein solcher denkt dann die Gedanken des Uhrmachers nach. So nur kann sich der Mensch im Grunde genommen in seinem heutigen Entwickelungsstadium verhalten gegenüber der Urweltweisheit - der über ihm stehenden geistigen Wesenheiten. Sie haben sie zuerst gehabt: die Imaginationen, die Inspirationen, die Intuitionen, die Ideen und Gedanken, nach denen unsere Welt, wie sie um uns herum uns vorliegt, gebildet ist. Und der Mensch wiederum findet in dieser Welt diese Gedanken, Ideen; und wenn er sich emporhebt zum hellseherischen Schauen, so findet er auch die Imaginationen, Inspirationen, Intuitionen, durch die er eindringt wiederum in die Welt der geistigen Wesenheiten. Daher können wir sagen: Ehe denn unsere Welt war, war diejenige Weisheit, von der wir eigentlich zu sprechen haben. Sie ist der Plan der Welt.

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Cite: GA 110/1909-04-12/p004 · edition original