Erster Vortrag

GA 110/1909-04-12/p014 ·1909-04-12 · original (original)
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Und jetzt nehmen Sie einmal die Situation, die eintrat. In den Stätten des Wissens sprach man von den geistigen Wesenheiten um die Weltenkugeln. Draußen, wo das sinnliche Auge immer schärfer und schärfer wurde, draußen sprach man immer mehr und mehr bloß von der dichten physischen Materie. Wenn die alten heiligen Rishis das Wort Merkur gesprochen hätten — das sie ja nicht gesprochen haben, aber nehmen wir das Wort, damit wir uns verständigen können -, haben sie dann diesen physischen Weltenkörper gemeint? Nein, nicht einmal die alten Griechen haben, wenn sie von dem Merkur gesprochen haben, diesen physischen Körper gemeint, sondern die Gesamtheit der geistigen Wesenheiten dieses Körpers. Geistige Welten, geistige Wesenheiten waren es, wovon man sprach, wenn man in den Stätten der Erkenntnis, sagen wir, das Wort Merkur aussprach. Es sprachen diejenigen, die die Jünger der Lehrer der Erkenntnisstätten waren, die Worte aus: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn, und indem sie in den verschiedenen Sprachen solche Worte aussprachen, bezeichneten sie eine Stufenfolge von geistigen Wesenheiten. Wer das Wort in der heutigen Weise ausspricht und einen physischen Körper bezeichnet, bezeichnet nur das Gröbste dessen, was ursprünglich unter Mond, Merkur, Venus und so weiter verstanden worden ist. Die Hauptsache bezeichnet er gerade nicht. So sagte der alte Weisheitslehrer «Mond», und er schlug an mit diesem Worte die Vorstellung von einer großen geistigen Welt. Und wenn er das Wort «Mond» aussprach und an die Stelle des Himmels wies, wo der Mond ist, und in seinem Bewußtsein hatte: Da ist die unterste Stufe von geistigen Hierarchien -, dann sah derjenige, der sich durch die immer und immer zunehmende Versinnlichung der Menschheit weit entfernt hatte von dieser geistigen Anschauung, hinauf, sah aber den physischen Mond und nannte das «Mond». Ein Wort für zwei Dinge, die allerdings zusammengehörten, die aber ganz verschiedene Vorstellungen im Menschen hervorrufen. Und ebenso war es, wenn die Weisen der Erkenntnisstätten zu Merkur, Sonne, Mars und so weiter hinaufblickten. Die spirituelle Strömung bezeichnete mit ihren Worten etwas ganz anderes als die andere, die materielle Strömung.

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Cite: GA 110/1909-04-12/p014 · edition original