Vierter Vortrag
Indem nun, wie das heute vormittag geschildert worden ist, der alte Saturn sich fortentwickelt zur Sonne, da entwickeln sich diese Wesenheiten, die jetzt aufgezählt worden sind, um eine Stufe höher, und in die Menschheitsstufe treten ein die Erzengel. Äußerlich, wir könnten sagen physisch, verdichtet sich die Wärme zum Gas. Die Sonne ist ein gasiger Körper. Und während der alte Saturn ein dunkler Wärmekörper war, fängt die Sonne an, nach außen zu leuchten, aber sie wechselt sozusagen ab in Sonnentagen und Sonnennächten. Und das zu beachten, daß sie abwechselt zwischen Sonnentagen und Sonnennächten, das ist von ganz besonderer Wichtigkeit. Denn es herrscht auf dieser alten Sonne ein gewaltiger Unterschied im Leben zwischen Sonnentagen und Sonnennächten. Wenn nichts anderes eintreten würde als das, was ich im letzten Vortrag und jetzt beschrieben habe, dann würden die Erzengel, die da Menschen sind auf der alten Sonne, in den Sonnentagen mit den Lichtstrahlen hinauseilen in das Universum, würden sich verbreiten im Universum, und sie müßten in den Sonnennächten wiederum zurückkehren zur Sonne. Ein Aus- und Einatmen des Lichtes und damit auch der im Licht webenden und wesenden Geschöpfe würde da sein. Aber so ist es nicht. Und ich möchte jetzt wiederum in einer einfachen Weise, ich möchte sagen, fast trivial charakterisieren das Wesen dieser Erzengel oder Archangeloi. Es gefällt ihnen sozusagen zu gut, wenn sie da hinausschweben in das Universum; es gefällt ihnen besser das Hinausschweben und Aufgehen in dem Geist des Universums als das Wiedersichzusammenziehen. Das ist ihnen wie ein sie beengendes Dasein, ein niedrigeres Dasein. Das Leben im Lichtäther gefällt ihnen also besser. Nun könnten sie dieses Leben im Lichtäther nimmermehr über eine gewisse Grenze hinaus ausdehnen, wenn ihnen nicht irgend etwas zu Hilfe käme dabei. Wenn diese Wesenheiten auf der alten Sonne allein auf sich angewiesen wären, ganz unmöglich könnten sie etwas anderes tun als, sagen wir, brav wieder zurückkehren zur Sonne in den Sonnennächten. Dennoch haben sie es nicht getan, sondern sie haben sozusagen die Zeit ihres Verweilens in der Welt draußen immer länger und länger ausgedehnt, haben sich immer mehr und mehr aufgehalten in der geistigen Welt. Was kam ihnen da zu Hilfe?
Cite:
GA 110/1909-04-13_02/p016 · edition original