Neunter Vortrag
Haben wir es bloß mit einem Menschenwerden zu tun, das sich ewig wiederholt, dann sind wir wie die Geister der Persönlichkeit auf dem alten Saturn, wie die Erzengel auf der alten Sonne, wie die Engel auf dem Mars. Für uns mag das wichtig sein, für die höheren Götter wäre es nur eine Vermehrung ihrer Geschöpfe, und sie hätten nichts Sonderliches als Fortschritt erreicht. Eine andere Frage ist es aber: Werden sich die Menschen vielleicht einmal gerade dadurch, daß sie auf der Erde Mensch werden, zu Wesenheiten entwickeln, die etwas können, was die Engel nicht können, was auch die Erzengel und die Geister der Persönlichkeit nicht können? Hat die ganze Schöpfung erwas dazugelernt dadurch, daß sie nach den Erzengeln und Engeln Menschen erzeugt hat? Hat die Schöpfung einen Fortschritt gemacht? Hat der Mensch dadurch, daß er sich dazu bequemt hat, tiefer herunterzusteigen, hat er vielleicht dadurch Anwartschaft darauf, noch höher hinaufzusteigen? Diese Frage stellen wir uns einmal als eine Art Konsequenzfrage hin. Der Rest unserer Betrachtungen muß ihr gewidmet sein: der ganzen Bedeutung des Menschen im Kosmos und der Beziehung des Menschen zu den höheren Hierarchien — was wird der Mensch innerhalb der Stufenfolge der Hierarchien?
Cite:
GA 110/1909-04-18/p021 · edition original