{"corpus":"steiner","locus":"GA 111/1907-09-22/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Mensch besteht aus drei Leibern und aus dem, das er für sich selbst hat, was niemand sonst aussprechen kann - das Ich —, weil wir für jeden anderen ein So haben wir vier Glieder der menschlichen Wesenheit: der physische [Leib], der Äther- oder Lebensleib, der Astralleib und das Ich. Es ist noch ein niederer Zustand, wenn der Mensch dem Ich wie ein Sklave folgt. Das Tier dient der Notwendigkeit. Der Durchschnittsmensch wählt noch zwischen seinen Trieben, während der Idealist hohen moralischen und spirituellen Idealen folgt. Der Mensch muss seine Triebe und Neigungsmotive in die Hand bekommen. Das Ich muss der Mittelpunkt, der Herr sein, wir dürfen das Ich nicht nachziehen lassen. Der physische Leib hat immer die Neigung, sich aufzulösen, der Ätherleib muss [der Auflösung] unaufhörlich entgegenarbeiten, dem physischen Leib ist sie notwendig. Der Ätherleib ist Träger des Astralleibes. Weil aber auch der physische Leib Träger eines Astralleibes ist, wird der physische Leib in jeder Minute durch ihn abgenutzt, so entsteht die Ermüdung. Indem die Seele im Schlaf an dem ermüdeten Körper arbeitet, entsteht die Erfrischung. Der Astralleib ist im Verhältnis zum physischen Körper noch sehr unvollkommen, noch sehr entwicklungsfähig. Es ist ganz etwas anderes, wenn Menschen Freundschaft schließen und sich Treue bewahren, als wenn ein Hund geliebten Personen Treue hält. Das Tier dient diesem Trieb, als ob wir Hunger und Durst stillen; fehlt der Herr, so entbehrt es ihn, das Tier lebt in einer ewigen Gegenwart. Die Erinnerung würde das Tier nicht zum Menschen ziehen, sondern die Sättigung seines Bedürfnisses. Deshalb kann der Tod einer geliebten Person noch tragischer für ein Tier sein, als ob ein Mensch dem Menschen stirbt. Die Überwindung des Vergessens durch das Ich muss sich der Mensch zu eigen machen. Er entwickelt sich nicht nur durch neue Erfahrungen, sondern indem er die Erinnerung ausnurzt. In der Erinnerung ist die Vergangenheit lebendig. Der Auflösung arbeitet der Ätherleib durch Erneuerung der Säfte entgegen. Die Ermüdung wird durch die Erfrischung überwunden, und die Vergessenheit durch die Erinnerung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"II. Betrachtung des Wesens des Menschen","site_heading":null,"date":"1907-09-22","location":null,"word_count":330,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/111/1907-09-22/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/111/1907-09-22/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/111/1907-09-22/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}