XXII. Das esoterische Leben
Wenn wir mit dem okkulten Auge weit in die frühere Menschheit zurückblicken, kommen wir zu einer eigenartigen Entdeckung. In dem alten Lemurien und auch später, in der atlantischen Zeitepoche, so lehrt uns die Akasha-Chronik, empfand der Mensch den Einfluss seiner Umgebung viel mehr als heute. Die physische Möglichkeit des Schlafens hing ab vom Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Auf andere Weise wieder waren die Menschen unterworfen den Einflüssen des Mondes. Gewisse Funktionen im Körper hingen mit großer Genauigkeit ab von der Weltenuhr. Gewisse Ereignisse geschahen bei Auf- und Niedergang der Sonne. Es war damals eine physische Unmöglichkeit, dass man, so wie es jetzt in unseren großen Städten geschieht, die Nacht zum Tage macht. Die Menschheit lebte in harmonischem Zusammenstimmen mit dem Rhythmus der Natur. Die Tatsache dieses Zusammenstimmens in Lemurien war bedingt durch das unbewusste Ego. Erst durch die bewusste Entwicklung dieses Ego entstand Disharmonie. Das Ego begann sein Selbstbewusstsein zu zeigen, indem es von dem Rhythmus der Natur abwich. Die Verrichtungen, die vordem mit dem Lauf der Sonne und des Mondes zusammenhingen, wurden verschoben. Bis zu dieser Zeit, wo dieses stattfand (in der Epoche des Übergangs zu der fünften Rasse), hatte der Mensch eine Art von träumerischer Hellsichtigkeit besessen. Nun, beim Erobern unserer gegenwärtigen Form des Bewusstseins, welches sich, wie gesagt, zuerst äußerte in dem Abweichen von Rhythmen der Natur, ging diese Hellsichtigkeit zwischenzeitlich verloren. Die Wirksamkeit des zum Bewusstsein erwachten Ich bestand in dem Ordnen und Läutern des Astralleibes, und dieser geläuterte und geordnete Teil wurde Manas. Dieses Manas umfasst alle Gedanken, alle Erinnerungen, jegliche intellektuelle Funktion, und wir können es nennen das Selbst des Geistes, das Geistselbst. Und es ist die Aufgabe des Ich, den Astralleib durch Läuterung zu einem manasischen Leib zu machen. Aber wie kann die Hellsichtigkeit, die Hellhörigkeit wiederum erworben werden, welche dem Menschen früher eigen gewesen - sei es auch in traumhafter Weise -, ihm aber doch verloren gegangen ist durch das Abweichen vom Rhythmus der Natur? Dies kann allein geschehen durch Einwirkung des Prinzips der Budhi auf den Ätherleib, welcher ihre Abschattung ist in den niedrigeren Welten. Auf diese Weise kann sie wiederum erobert werden, aber nicht traumhaft, sondern mit voller Bewusstheit.
Cite:
GA 111/1908-03-08/p007 · edition original