XXII. Das esoterische Leben

GA 111/1908-03-08/p008 ·1908-03-08 · original (original)
Record: listeners' notes. This text is a newspaper's or a listener's report of the lecture, not a transcript. The wording is the reporter's: do not quote it as Steiner's own words. Evidence: «Nun - sagte Dr. Steiner - müssen wir uns noch von dieser Wiederholung in Rhythmen einen klaren Begriff bilden.» (Now - said Dr. Steiner - we still have to get a clear idea of this repetition in rhythms.). A reporter's remark in the unit's served text (p012).

Das esoterische Leben will diesen hellsichtigen Bewusstseinszustand wiederum erwecken durch Methoden, welche die Seele beeinflussen. Die Gabe der Hellsichtigkeit wird dem Menschen nicht geschenkt. Der Meister oder [der von ihm geprüfte Schüler] gibt dem Kandidaten Anweisungen, deren Befolgung ihn wieder in Harmonie bringen muss mit dem Rhythmus der Natur. Als Vorbereitung kann er sich auf dem Wege des Studiums in Berührung bringen mit den Theorien und Lehren der großen esoterischen Weisheit, aber diese rein intellektuelle Übung genügt nicht. Der Kandidat muss sich zu regelmäßigen Zeiten jeden Tag der Meditation und Konzentration hingeben, innere Versenkung in sein eigenes Seelenleben pflegen. Die regelmäßige Wiederholung wirkt auf das höhere Seelenleben, von dem der Ätherleib das Fahrzeug ist. Als Inhalt der Meditation ist zu wählen der eine oder andere tiefsinnige Spruch, und es ist am besten, wenn der Lehrer diesen wählt, wenn es auch wünschenswert ist, dass der Spruch selber auf hohe geistige Autorität hin zu uns gekommen ist, wie zum Beispiel: «Bevor das Auge sehen kann, muss es der Tränen sich entwöhnen.» In diesem Satz liegt eine Welt von geistiger Tiefe, und er ist gegeben durch einen Meister der Weisheit.

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