XXII. Das esoterische Leben

GA 111/1908-03-08/p010 ·1908-03-08 · original (original)
Record: listeners' notes. This text is a newspaper's or a listener's report of the lecture, not a transcript. The wording is the reporter's: do not quote it as Steiner's own words. Evidence: «Nun - sagte Dr. Steiner - müssen wir uns noch von dieser Wiederholung in Rhythmen einen klaren Begriff bilden.» (Now - said Dr. Steiner - we still have to get a clear idea of this repetition in rhythms.). A reporter's remark in the unit's served text (p012).

Wenn wir die Gliederung des Menschen verfolgen, finden wir einerseits das Ich, diesen von der Umwelt unaussprechlichen Namen, andererseits die zunächst vier niedrigeren Prinzipien, wovon jedes für sich durch das Ich umgearbeitet, bewusst gemacht werden muss. So müssen die Begierden umgearbeitet werden in moralische Ideale. Wenn wir mit dem okkulten Blick den Wilden mit dem Europäer vergleichen, so sehen wir, dass bei dem Ersteren der Astralleib einheitlich ist, beim Zweiten jedoch ist ein Teil durch das Ich umgearbeitet zu Manas. Der Anblick der Aura beweist dies. Und dieses Manas ist im Okkultismus das geistige Selbst, jedoch in seiner niedrigsten Form. ‚Aber der Mensch ist nicht allein Manas. Wenn der Mensch älter wird, nimmt er an Kenntnis zu, wenigstens bis zu einem gewissen Alter. Aber was nahezu gleich bleibt - es sei denn, dass er sein Wesen nach okkulten Methoden entwickelt -, das sind seine Gewohnheiten und sein Temperament. Dieses Temperament, diese Charaktereigenschaften, diese Gewohnheiten gehen hervor aus dem Ätherleib. Auf den ätherischen Leib bestimmend, entwickelnd einwirken kann nur geschehen durch Impulse aus der Budhi heraus, von der das Ätherische die Widerspiegelung ist. Diese Impulse, welche immer und immer wieder auf den Ätherleib einwirken müssen, werden geweckt durch devotionelle religiöse Gefühle, wahre Kunst, Musik. So entspringt aus dem durch den Einfluss von Budhi erweckten und umgearbeiteten Ätherleib die Kraft, die Willenskraft, bewusst eine Gewohnheit zu verändern, was eigentlich heißt, auf eine Gewohnheit zu verzichten oder sich einen sittlichen Mangel abzugewöhnen.

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