XXII. Das esoterische Leben
Nun - sagte Dr. Steiner - müssen wir uns noch von dieser Wiederholung in Rhythmen einen klaren Begriff bilden. Wir müssen uns die Sache vorstellen analog den Wachstumsgesetzen der Pflanzenwelt. Das Wachstum einer Pflanze wird von innen her durch das ätherische Prinzip beherrscht. Dieses ätherische Prinzip wird geführt durch das Gesetz der Wiederholung, so kommen an dem Stamm die Äste und an den Zweigen die Blätter. Das astrale Prinzip der Pflanze umgibt sie von außen als ein glänzendes Licht, das das Prinzip der Wiederholung in seinem Wirken führt und zähmt und im richtigen Augenblick die weitere Blattbildung aufhält, um Raum zu schaffen für die Bildung von Blüte, Blume, Frucht und Samen. Das ätherische Prinzip ist das der Wiederholung, das astrale das der Abschließung. Beim Menschen sieht man die Wirkung des ätherischen Prinzips im Bau der Wirbelsäule, welche durch die Schädelbildung abgeschlossen wird. Esoterisch zu leben bedeutet Einwirken auf den Ätherleib durch Wiederholung, denn im Geiste muss wiederholt werden, was unbewusst geschieht. Diese Wiederholung muss Tag für Tag geschehen in der Meditation. So wie bei der Pflanze alle Kraft nach außen wirkt im Wachstum, so muss beim Menschen alle Kraft nach außen wirken durch die Meditation. Die Seele hat durch diese geistige Wiederholung wieder Rhythmus, mit anderen Worten, sie hat regelmäRige geistige Ruhepunkte.
Cite:
GA 111/1908-03-08/p012 · edition original