Erster Vortrag

GA 112/1909-06-24/p020 ·1909-06-24 · original (original)
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Denken wir, wir haben einen Menschen vor uns, der siebzig Jahre geworden ist, aber einen erweckten Menschen, der sein höheres Ich gewonnen hat. Und denken wir uns, es wäre im vierzigsten Jahre gewesen, daß er die Wiedergeburt, die Erweckung seines höheren Ich, erlebt hat. Wäre damals jemand an ihn herangetreten und hätte sein Leben beschreiben wollen, so hätte er sich sagen können: Ich habe hier einen Menschen vor mir, der sein höheres Ich eben geboren hat. Das ist derselbe, den ich vor fünf Jahren in dieser Lage, und in jener Lage vor zehn Jahren gekannt habe. - Und wenn er uns hätte darstellen wollen die Identität dieses Menschen, wenn er uns hätte zeigen wollen, daß dieser Mensch einen ganz besonderen Ausgangspunkt schon bei seiner Geburt hatte, dann würde er die Jahre von vierzig zurück in bezug auf sein physisches Dasein verfolgen, und dieses physische Dasein, so wie es in Betracht kommt, beschreiben im Sinne dessen, der vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus spricht. Mit dem vierzigsten Jahre ist aber in diesem Menschen ein höheres Ich geboren. Von jetzt ab überstrahlt das höhere Ich die ganzen Lebensverhältnisse. Jetzt ist das ein neuer Mensch. Jetzt ist uns nicht mehr wichtig, was vorher da war, jetzt handelt es sich darum, daß wir vor allem erkennen, wie das höhere Ich von Jahr zu Jahr zunimmt und sich weiterentwickelt. Wenn dann dieser Mensch siebzig Jahre alt geworden ist, dann würden wir uns erkundigen, welchen Weg vom vierzigsten bis zum siebzigsten Jahre das höhere Ich durchgemacht hat. Und wichtig würde für uns sein, daß es das echt geistige Ich ist, das er uns in seinem siebzigsten Jahre darbietet, wenn wir uns zu dem bekennen, was damals vor dreißig Jahren in der Seele dieses Menschen geboren worden ist. - So machten es die Evangelienschreiber, und so machten es im Zusammenhange damit die Johannes-Christen des Rosenkreuzertums mit dem Wesen, das wir den Christus Jesus nennen.

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