Erster Vortrag
Wie wir bei dem von uns zum Vergleich gestellten Menschen beschrieben haben, daß er im vierzigsten Jahre sein höheres Ich geboren hat, so haben die Evangelienschreiber den Gott im Menschen beschrieben bis zu dem Ereignis in Palästina: wie sich der Gott entwickelt hat, wie er wiedergeboren ist und so weiter. Diejenigen aber, die zu zeigen hatten, daß sie die Fortsetzer sind der Evangelienschreiber, sie mußten darauf hinweisen, daß das die Zeit ist der Wiedergeburt des höheren Ich, wo man es nur zu tun hat mit dem geistigen Teil, der jetzt alles andere überstrahlt. Die, welche sich Johannes-Christen nannten und das Rosenkreuz zu ihrem Symbolum hatten, die sagten: Gerade das, was für die Menschheit wiedergeboren ist als das Geheimnis von dieser Menschheit höherem Ich, das ist bewahrt worden. Das ist bewahrt worden von jener engeren Gemeinschaft, die von dem Rosenkreuzertum ihren Ausgang genommen hat. Sinnbildlich ist diese Kontinuität angedeutet: Jene heilige Schale, aus welcher der Christus Jesus gegessen und getrunken hat mit seinen Jüngern, die man den «Heiligen Gral» nennt und in der das Blut, das aus der Wunde floß, aufgefangen wurde durch Joseph von Arimathia, sie ist, wie erzählt wird, durch Engel nach Europa gebracht worden. Ihr wurde ein Tempel gebaut, und die Rosenkreuzer wurden die Bewahrer dessen, was da war in dem Gefäße, das heißt dessen, was das Wesen des wiedergeborenen Gottes ausmachte. Das Mysterium von dem wiedergeborenen Gotte waltete in der Menschheit: das ist das Grals-Mysterium.
Cite:
GA 112/1909-06-24/p022 · edition original