Zweiter Vortrag

GA 112/1909-06-25/p014 ·1909-06-25 · original (original)
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Das ist ja das Wesentliche für den Menschen, daß die Götter geistig geblieben sind, und die Menschen als ihre Nachkommen physisch geworden sind. Der Mensch, der das Geistige nur als das Innerliche des Physischen hatte und als äußeres Wesen physisch geworden war, mußte alle die Hindernisse, die eben das physische Dasein gab, überwinden. Innerhalb des materiellen Daseins mußte er sich weiterbilden. Dadurch entwickelte er sich von Stufe zu Stufe herauf, wurde immer reifer und reifer, und dadurch wurde es ihm immer mehr und mehr möglich, sich hinaufzuwenden zu den Göttern, aus deren Schoß er herausgeboren ist. Also ein Heruntersteigen von den Göttern und ein Sich-wieder-Hinaufwenden zu den Göttern, um die Götter nach und nach wieder zu erreichen und sich wieder mit ihnen zu vereinigen, das ist der Weg des Menschen durch das Erdenleben. Damit der Mensch aber diese Entwickelung durchmachen konnte, mußten einzelne menschliche Individualitäten immer etwas schneller als die andern sich entwickeln, den andern voraneilen, um deren Führer und Lehrer zu werden. Solche Führer und Lehrer stehen dann innerhalb der übrigen Menschheit und finden sozusagen den Weg zu den Göttern früher zurück als die andern. So daß wir uns vorstellen können: In einem bestimmten Zeitalter haben die Menschen eine gewisse Entwickelungsreife erlangt; da ahnen sie vielleicht nur den Rückweg zu den Göttern, aber haben es noch weit bis dahin. Es ist ein Funke dieses Göttlichen in dem Menschen, aber in den Führern ist jeweilig mehr vorhanden. Sie stehen näher dem Göttlichen, das der Mensch wieder erreichen soll. Und das, was in diesen Führern der Menschheit lebt, das erblickt derjenige, dessen Auge für das Geistige geöffnet ist, als das Wesentliche und die Hauptsache an ihnen.

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