Zweiter Vortrag
Nun werden wir sehen, daß die Christus-Wesenheit in einem Menschen der Erde sich nicht früher verkörpern konnte, nicht früher Platz haben konnte in diesem Menschen, als bis die Verstandesseele vollständig geboren war. Es konnte also die Christus-Wesenheit in jenem Eingeweihten, in den sie hineingeboren wurde, nicht vor dem 28. Jahre sich verkörpern. Das zeigt uns auch die geistige Forschung. Zwischen dem 28. und dem 35. Jahre zog die Christus-Wesenheit ein in diejenige Individualität, die als ein großer Bingeweihter die Erde betrat, und dann nach und nach unter dem Glanze, unter dem Lichte dieser großen Wesenheit alles das entwickelte, was der Mensch sonst ohne diesen Glanz, ohne dieses Licht entwickelt, nämlich den Ätherleib, den astralischen Leib, die Empfindungsseele und die Verstandesseele. So können wir also sagen: Bis zu diesem Lebensalter haben wir in dem, der berufen war, der Christus-Träger zu werden, einen großen Eingeweihten vor uns, der nach und nach die Erlebnisse durchmacht, welche endlich alles das herausbringen, was er in früheren Inkarnationen erlebt und sich erarbeitet hat an Eroberungen der geistigen Welt. Dann tritt für ihn die Möglichkeit ein, sich zu sagen: Jetzt bin ich da, ich opfere alles hin, was ich habe. Ich will kein selbständiges Ich weiter sein. Ich mache mich zum Träger des Christus. Der soll in mir wohnen, und von jetzt ab in mir alles sein!
Cite:
GA 112/1909-06-25/p031 · edition original