Zweiter Vortrag
Das ist in Wirklichkeit aber folgendes: «Er nahm zu an Weisheit», das heißt, er bildete seinen astralischen Leib aus. Wer da weiß, an was der griechische Geist bei dem Worte ἡλικίᾳ (hēlikia) dachte, der kann Ihnen sagen, daß hier jene Entwickelung gemeint ist, die der Ätherleib durchmacht, wodurch Weisheit allmählich zur Fertigkeit wird. Sie wissen, daß der astralische Leib die Eigenschaften ausbildet, die zum einmaligen Gebrauch da sind; das heißt, man versteht einmal etwas und hat es verstanden. Der Ätherleib bildet das, was er entwickelt, als Gewohnheiten, Neigungen und Fertigkeiten aus. Durch immerwährende Wiederholung geschieht es. Das, was Weisheit ist, wird zur Gewohnheit. Man führt es aus, weil es einem in Fleisch und Blut übergegangen ist. Also dieses Zunehmen an «Reife» bedeutet es. Ebenso wie der astralische Leib an Weisheit, so ist der Ätherleib gewachsen an edlen Gewohnheiten, an Gewohnheiten zum Guten, Edlen und Schönen. Und das dritte, woran der Jesus von Nazareth zunahm, χάρις (charis), heißt in Wirklichkeit das, was als Schönheit sich offenbart und sichtbar wird. Alleanderen Übertragungen sind nicht richtig. Wit müssen übersetzen, daß er zunahm an «anmutiger Schönheit», daß sich also auch sein physischer Leib schön und edel bildete:
Cite:
GA 112/1909-06-25/p054 · edition original