Dritter Vortrag
Wenn eine freie Wesenheit, eine selbständige Wesenheit heute existiert, die keinen astralischen Leib und kein Ich hat, die bloß besteht aus physischem Leib und Ätherleib, dann muß sie aussehen wie eine Pflanze, dann muß sie eine Pflanze sein. Der Mensch ist aber, wenn er im Bette liegt, über den Wert der Pflanze hinausgewachsen, weil er im Laufe der Entwickelung zu seinem physischen Leib und seinem Ätherleib hinzufügte den astralischen Leib, den Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, von Trieb, Begierde und Leidenschaft, und hinzufügte den Ichträger. Jedesmal aber, wenn ein höheres Glied zu einer Wesenheit hinzugefügt wird, ändert sich auch bei dieser Wesenheit alles an den niederen Gliedern. Würde man zu der Pflanze, wie sie uns heute als ein Wesen draußen in der Natur entgegentritt, hinzufügen einen astralischen Leib, würde ein astralischer Leib die Pflanze nicht bloß oben umsäumen, sondern sie durchdringen, so würde das, was wir in der Pflanzensubstanz die Pflanze durchdringen sehen, tierisches Fleisch werden müssen. Denn der eindringende astralische Leib verwandelt eben die Pflanze so, daß die Substanz tierisches Fleisch wird. Und entsprechend ähnlich müßte die Pflanze umgestaltet werden, wenn sie in der physischen Welt ein Ich in sich hätte. Daher können wir auch sagen: Wenn wir ein Wesen vor uns haben, das wie der Mensch nicht nur den physischen Leib hat, sondern unsichtbare, höhere, übersinnliche Glieder seiner Natur, so finden sich die übersinnlichen Glieder in den niedersten Gliedern ausgedrückt. So wie Ihre inneren Seeleneigenschaften oberflächlich ausgedrückt sind in Ihren Gesichtszügen, in Ihrer Physiognomie, so ist Ihr physischer Leib auch ein Ausdruck für die Arbeit des astralischen Leibes und des Ich. Und der physische Leib stellt nicht nur sich selbst dar, sondern er stellt auch einen physischen Ausdruck dar der physisch unsichtbaren Glieder des Menschen.
Cite:
GA 112/1909-06-26/p006 · edition original