Vierter Vortrag

GA 112/1909-06-27/p016 ·1909-06-27 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aus dem unscheinbaren Samenkorn sprießt die Pflanze im Frühling heraus, entfaltet sich bis zur Blüte und Frucht und verwelkt wiederum während des Herbstes. Was das Auge während des Frühlings und Sommers erfreut, das verschwindet im Herbst, und es bleibt äußerlich, physisch nur Unscheinbares übrig. Aber wenn Sie glauben wollten, daß während des Winters nichts von dem eigentlichen Wesen der Pflanze vorhanden wäre, oder es allein im physischen Samenkorn suchen würden, dann würden Sie die Pflanze schlecht verstehen. So wie sie heute ist, besteht die Pflanze allerdings aus physischem Leib und Ätherleib, aber wenn man sie hellseherisch anschaut, ist sie oben auch von einer astralischen Wesenheit, wie von einem Saum umgeben. Und diese astralische Wesenheit wird von einer Kraft belebt, die von der Sonne, von dem Geistigen der Sonne her, zur Erde strömt. Für das hellseherische Bewußtsein ist jede Blüte umgeben wie von einer Wolke. Diese Wolke atmet das Leben, das zwischen Sonne und Erde ausgetauscht wird. Während des Frühlings und Sommers, während die Pflanzen sprossen und sprießen, naht sich etwas von dem Sonnenwesen und umspielt die Pflanzen an der Oberfläche. Kommt der Herbst, dann zieht sich das astralische Wesen zurück, es vereinigt sich mit dem Sonnenleben. Wir dürfen sagen: Das, was Pflanzenastralität ist, sucht im Frühling seinen physischen Pflanzenleib auf der Erde auf, verkörpert sich, wenn auch nicht in demselben, so doch an demselben. Im Herbste dann kehrt es zur Sonne zurück und hinterläßt nur den Keim. Gleichsam zum Pfände hinterläßt es den Keim, damit es sich wiederum zurückfindet zu seiner physischen Wesenheit.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/112/1909-06-27/p016.json
Cite: GA 112/1909-06-27/p016 · edition original