Vierter Vortrag
Unsere physische Wissenschaft stellt Hypothesen auf, die die reinen Phantasien sind. Da wird heute bei der Weltentstehungslehre die Theorie aufgestellt, daß es einstmals einen großen Weltennebel gegeben habe, der bis über den Saturn hinausreichte. Ein solcher Weltennebel aus bloßen Dünsten oder Dämpfen ist eine phantastische Vorstellung — den hat es nie gegeben. Wenn man nur mit äußeren physischen Augen hätte sehen können, was da vorging, dann hätte man allerdings so etwas wahrnehmen können; man hätte in der Tat eine riesige Nebelmasse gesehen. Aber in dieser Nebelmasse war etwas, was physische Augen nicht hätten sehen können: alle die Wesenheiten, die mit dieser Entwickelung verbunden waren! Daß sich später alles gliederte und gestaltete, das ist nicht durch eine bloße rotierende Bewegung zustande gekommen, sondern durch die Bedürfnisse der Wesenheiten, die mit dem Ganzen verknüpft waren. Sie werden über diese Sachen erst eine vernünftige Anschauung gewinnen, wenn Sie sich ganz und gar losgemacht haben von dem, was heute die schulmäßige Anschauung ist, was unseren Kindern eingeimpft wird von Anbeginn der Schule an. Da wird den Kindern gesagt, daß die alten Zeiten nur kindliche Anschauungen und Vorstellungen gehabt haben: Diese armen alten Inder haben geglaubt an einen Brahma, der den ganzen Weltenraum ausgefüllt hat! Und solch ein Mensch, wie ein alter Perser, hat geglaubt an den Ormuzd, den guten Gott, und den ihm entgegengesetzten Ahriman!
Cite:
GA 112/1909-06-27/p020 · edition original