Siebenter Vortrag

GA 112/1909-06-30/p015 ·1909-06-30 · original (original)
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Nehmen wir einen Menschen an, der gar keine Ahnung davon haben will, daß hinter allem Physischen im Menschen ein Seelisch-Geistiges ist, der auch nicht begreift, daß zum Beispiel mit der Vergrößerung einer physischen Leber ein Geistiges ausgedrückt ist. Ein anderer geht willig, durch geisteswissenschaftliche Anregung meinetwillen, darauf ein, daß man durch Eindringen in das Geistige erst zu einer Ahnung, dann zu einem Glauben und zuletzt zu einer Erkenntnis und Beobachtung des Geistigen kommt. Also zwei Menschen hätten wir vor uns: der eine lehnt das Geistige ab, er ist zufrieden mit der sinnlichen Beobachtung der Dinge; der andere nimmt auf, was man nennen kann den Willen zur Erkenntnis des Geistigen. Der Mensch, der nicht willig ist, die geistige Erkenntnis in sich aufzunehmen, wird immer schwächer und schwächer werden, denn er wird dadurch, daß er nicht seinem Geist die nötige Nahrung gibt - und das ist einzig und allein die Erkenntnis -, seinen Geist verhungern, verdorren und verderben lassen. Dann wird der Geist schwach und kann nicht stark werden, und es gewinnt das, was unabhängig ist von diesem Geist, die Oberhand, überwältigt den Menschen. Der Mensch wird schwach gegenüber dem, was in seinem physischen Leib und Ätherleib ohne sein Zutun vorgeht. Der andere aber, der den Willen zur Erkenntnis hat, gibt seinem Geist Nahrung; sein Geist wird stark, und der Geist erlangt die Herrschaft über das, was unabhängig von ihm in seinem Ätherleib und physischen Leib vorgeht. Das ist das Wesentliche. Wir können das gleich auf einen Fall, der in unserer heutigen Zeit eine große Rolle spielt, anwenden.

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Cite: GA 112/1909-06-30/p015 · edition original