Siebenter Vortrag
Und so werden in der Tat durch den materialistischen Aberglauben die vererbten Anlagen immer mehr und mehr Gewalt über den Menschen bekommen. Die Menschen werden versumpfen in den vererbten Anlagen, wenn sie ihren Geist nicht stärken und dadurch immer von neuem dasjenige, was sich vererbt, durch einen starken Geist überwinden. Sie müssen natürlich in unserer Zeit, wo schon so viel geschehen ist durch den Materialismus, die Kräfte des Geistigen noch nicht überschätzen. Sie müssen nicht sagen: Wenn das der Fall wäre, dann müßten ja alle Anthroposophen grundgesunde Leute sein, denn sie glauben an den Geist. - Der Mensch ist nicht, wie er auf der Welt ist, bloß ein Einzelwesen. Der Mensch steht in der ganzen Welt drinnen, und das Geistige muß auch wachsen in seiner Stärke. Wenn aber das Geistige einmal schwach geworden ist, so wird es selbst beim noch so anthroposophischen Menschen, bei dem, der noch so viel Nahrung dem Geiste zuführt, nicht gleich so wirken, daß er über die Dinge, die aus dem Materiellen herkommen, Sieger wird. Aber um so sicherer wird es in der nächsten Inkarnation in seiner Gesundheit und Kraft zum Ausdruck kommen. Die Menschen werden immer schwächer und schwächer werden, wenn sie nicht an den Geist glauben, denn dann liefern sie sich den vererbten Anlagen aus. Sie haben es ja selbst bewirkt, daß das Geistige schwach ist. Es hängt eben alles davon ab, wie sich der Mensch zum Geistigen stellt. Man glaube auch nicht, daß man die Verhältnisse, die dabei im Spiele sind, leicht übersehen kann.
Cite:
GA 112/1909-06-30/p017 · edition original