Siebenter Vortrag
Ich will Ihnen grotesk zum Ausdruck bringen, wie der Mensch sich irren kann, wenn er nur nach dem Äußeren seine Urteile bildet. Da kann einer sagen: Da war ein Mensch, der war ein guter Anhänger der anthroposophischen Weltanschauung. Nun behaupten aber gerade die ‚Anthroposophen, daß die Gesundheit immer erhöht wird durch die anthroposophische Weltanschauung, und daß dadurch sogar das Leben verlängert wird. Schöne Lehre! Der Mensch ist mit dreiundvierzig Jahren gestorben! — Das eine wissen die Menschen, daß der Mann mit dreiundvierzig Jahren gestorben ist, das haben sie gesehen. Was aber wissen die Menschen nicht? Sie wissen nicht, wann der Mann gestorben wäre, wenn er keine Anthroposophie gehabt hätte! Vielleicht wäre der Mensch ohne die Anthroposophie nur vierzig Jahre alt geworden. Wenn eines Menschen Lebensspanne ohne die Anthroposophie biszum vierzigsten Jahre reicht, so kann sie doch mit der Anthroposophie bis zu dreiundvierzig Jahren gehen. Und dadurch, daß Anthroposophie immer mehr in das Leben eindringt, werden sich die Auswirkungen schon im Leben zeigen. Zwar wenn der Mensch in einem Leben zwischen Geburt und 'Tod schon in allem die Wirkungen sehen will, dann ist er eben ein Egoist, dann will er nur alles für seine eigenen egoistischen Zwecke haben. Wenn er sich aber die Anthroposophie für die Menschheit erwirbt, dann hat er sie auch für alle übrigen Inkarnationen, die folgen werden.
Cite:
GA 112/1909-06-30/p018 · edition original