Siebenter Vortrag
Hier haben Sie erklärt den Ausdruck «taufen durch den Geist und durch Feuer». Und hier haben Sie den Unterschied zwischen der Johannes-Taufe und der Christus-Taufe, wie er den Tatsachen entspricht, vor Sie hingestellt. So wurde eine Klasse von neuen Eingeweihten möglich gemacht durch den Christus-Impuls. Früher hatten die Menschen einige wenige unter sich, welche die Schüler der großen Lehrer waren und hineingeführt wurden in die Mysterien. Ihnen wurde der Ätherleib herausgeführt, damit sie Zeugen werden konnten von dem Geiste und hinaustreten konnten vor die anderen und sagen konnten: Es gibt eine geistige Welt — wir haben sie selbst gesehen. Wie ihr die Pflanzen und Steine seht, so haben wir die geistige Welt gesehen! - Das waren die «Augenzeugen». Diejenigen, welche so aus den Tiefen der Mysterien heraustreten konnten, verkündigten das Evangelium von dem Geiste, allerdings aus der uralten Weisheit. Während sie die Menschen zu einer Weisheit zurückführten, aus der der Mensch hervorgegangen ist, wurden durch den Christus solche Eingeweihte möglich, die innerhalb des physischen Leibes, innerhalb des alltäglichen Bewußtseins zu der Beobachtung der geistigen Welt kommen konnten. Sie erkannten durch diesen Christus-Impuls dasselbe, was den alten Eingeweihten klar wurde: daß es eine geistige Welt gibt. Und sie konnten nun ihrerseits wieder verkündigen das Evangelium von dieser geistigen Welt. Um also ein Eingeweihter zu werden und das Evangelium von der geistigen Welt im neuen, im Christus-Sinne zu verkündigen, dazu war notwendig, daß die Kraft, die in dem Christus war, überfloß als ein Impuls auf den anderen, der Schüler wurde und der Verkünder dieser Kraft werden sollte. Wann geschah es zum ersten Male, daß solch ein Christus-Eingeweihter entstand?
Cite:
GA 112/1909-06-30/p028 · edition original