{"corpus":"steiner","locus":"GA 112/1909-07-02/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie aufmerksam gehört haben, was in den letzten Tagen in der mannigfaltigsten Art zu Ihnen gesprochen worden ist, so werden Sie sich erinnern, daß gesagt wurde, daß der Bewußtseinszustand der Menschen sich im Laufe unserer ganzen menschlichen Entwickelung geändert habe. Wir haben den Blick zurückgewendet in ururalte Zeiten. Wir haben gesehen, daß die Menschen nicht ausgegangen sind von einem bloß tierischen Standpunkt in der Entwickelung, sondern von einer Gestalt, in der die Menschen noch Hellsehergabe wie eine natürliche Fähigkeit hatten. Hellseherisch waren die Menschen früher, wenn sie auch ein solches Bewußtsein hatten, daß sie noch nicht «Ich bin » sagen konnten. Die Fähigkeit des Selbstbewußtseins mußten sich die Menschen erst nach und nach erobern; dafür aber mußten sie in Kauf geben das alte Hellsehen. In der Zukunft wird eine Zeit wiederkommen, wo alle Menschen hellseherisch sind, trotzdem sie sich das Ich-bin, das Selbstbewußtsein bewahrt haben. Das sind die drei Stufen, welche die Menschheit zum Teil durchgemacht hat und zum Teil noch durchzumachen hat. In der Atlantis war es noch so, daß die Menschen dort in einer Art Traumbewußtsein lebten, aber in einem hellseherischen Bewußtsein. Dann kam es so, daß sie sich das Selbstbewußtsein, das äußere Gegenstandsbewußtsein allmählich eroberten,wofürsieaberinKauf geben mußten die alte dumpfe Hellsehergabe. Und endlich ein hellseherisches Bewußtsein, das mit diesem Selbstbewußtsein verbunden ist, wird der Mensch in der Zukunft haben. So wandelt der Mensch von einem alten dumpfen Hellsehen durch ein nicht hellsichtiges Gegenstandsbewußtsein und steigt wieder auf zu einem selbstbewußten Hellsehen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-07-02","location":null,"word_count":245,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-02/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-02/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/112/1909-07-02/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}