{"corpus":"steiner","locus":"GA 112/1909-07-02/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"«Was er euch saget, das tut!» hatte die Mutter zu den Dienern gesagt. Was brauchte der Christus für Wasser? Er brauchte Wasser, das eben aus den Quellen der Natur kam. Daher muß besonders gesagt werden, daß das Wasser soeben geschöpft worden ist. Jenes Wasser, das noch nicht die inneren Kräfte verloren hatte, die irgendein Element hat, solange es noch mit der Natur zusammenhängt, war für seinen Zweck allein geeignet. — Wie gesagt, kein Wort ist in dem Johannes-Evangelium ohne tiefe Bedeutung. — Ein Wasser, das soeben frisch geschöpft ist, mußte genommen werden, weil ja der Christus die Wesenheit ist, die sich eben der Erde genähert hat, eben verwandt geworden ist mit den Kräften, die in der Erde selber wirken. Indem die lebendigen Kräfte des Wassers wiederum mit dem zusammenwirken, was da strömt «von mir zu dir», da kann das geschehen, was uns im Evangelium geschildert wird: daß der Speisemeister herbeigerufen wird, und daß er unter dem Eindruck steht, daß hier etwas Besonderes geschehen ist — aber das, was geschehen ist, weiß er nicht; es wird ausdrücklich gesagt: er hat nicht gesehen, was geschehen ist, die Diener haben es gesehen, nicht er —, und daß er nun unter dem Eindruck dessen, was da geschehen ist, das Wasser als Wein empfindet. Das wird ganz klar und deutlich gesagt, so daß also wirklich durch die seelische Kraft hier bis in ein äußeres Element, das heißt bis in das Physische des menschlichen Leibes, hineingewirkt worden ist. Was mußte bei der Mutter des Jesus von Nazareth selber vorhanden sein, damit ihr Glaube in diesem Augenblick stark genug sein konnte, um eine solche Wirkung hervorzubringen? Sie mußte eines haben, was allerdings in ihr vorhanden war, nämlich die Einsicht, daß derjenige, welcher da ihr Sohn genannt wurde, der Geist der Erde geworden war. Dann konnte wiederum ihre starke Kraft des Glaubens in Verbindung mit seiner starken Kraft - was von ihm zu ihr wirkt - so mächtig wirken, daß das geschah, was beschrieben ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-07-02","location":null,"word_count":327,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-02/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-02/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/112/1909-07-02/p025"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}