Neunter Vortrag

GA 112/1909-07-02/p047 ·1909-07-02 · original (original)
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Diejenigen, welche heute Evangelien drucken lassen, schreiben zum Beispiel als einen höchst überflüssigen Titel darüber: « Jesus wandelt auf dem Meer», als ob das irgendwo in diesem Kapitel stehen würde. Wo steht: « Jesus wandelt auf dem Meer»? Es steht da: «Die Jünger sahen Jesum auf dem Meere dahergehen.» Das ist es. Wir müssen die Evangelien wörtlich nehmen. Die Christus-Kraft hat sich eben wiederum verstärkt! So stark war sie geworden durch die selbstverständliche Verstärkung in der Übung in den letzten Taten, daß jetzt nicht nur die Christus-Kraft von einer Seele in die andere wirken konnte, daß sich nicht nur die Christus-Seele in ihren Kräften mitteilen konnte den anderen Seelen, sondern daß der Christus in seiner eigenen Gestalt vor der Seele des anderen leben konnte, der dazu geeignet war. Also das Ereignis ist dieses: Irgend jemand ist an einem anderen Orte, seine Kraft ist so stark, daß sie wirkt auf entfernte Menschen, die weit weg sind. So stark wirkt sie aber jetzt, die Christus-Kraft, daß sie nicht bloß in den Jüngern eine Kraft auslöst, wie sie bei denen war, die sich mit ihm auf dem Berge gelagert hatten; da war nur die Kraft übergegangen auf die Jünger, um das Wunder zu wirken. Jetzt haben sie die Kraft, obwohl sie mit physischen Augen nicht da hineinsehen können, wo der Christus ist, den Christus zu sehen und seine eigene Gestalt zu schauen. Der Christus konnte in der Ferne sichtbar werden für diejenigen, zu denen sich sein Seelenband bereits geknüpft hatte. Jetzt ist seine eigene Gestalt so weit, daß sie geistig gesehen werden kann. In dem Augenblick, als die Möglichkeit des physischen Sehens bei den Jüngern schwindet, da taucht die Möglichkeit des geistigen Sehens bei ihnen um so mehr auf, und sie sehen den Christus. Das Sehen in die Ferne ist aber durchaus so, daß man das Bild des Gegenstandes wie in seiner unmittelbaren Nähe hat. Wiederum eine Steigerung der Christus-Kraft. Das nächste Zeichen ist die Heilung des Blindgeborenen.

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Cite: GA 112/1909-07-02/p047 · edition original