Zehnter Vortrag
Es hängt damit etwas zusammen - wie so oft alte Traditionen zusammenhängen mit dem Okkulten -, was Sie aus einem alten Aberglauben des Volkes ersehen können: Gewisse Kreise bilden den Tod ab, indem sie ein Knochensystem abbilden. Das ist die Form dafür, daß, als die Erde im Beginne der Entwickelung war, alle die Gesetze, die sich auf des Menschen übrige Organisationssysteme beziehen, so weit waren, daß sie am Ende der Erdenentwickelung -in einer höheren Form umgestaltet - auch wieder da wären. Aber nichts würde von der Erdenentwickelung in die Zukunft hinübergenommen werden, wenn nicht die Form des Knochensystems hinübergenommen würde. Die Form des Knochensystems besiegt den Tod im physischen Sinne. Daher mußte derjenige, der den Tod auf Erden besiegen sollte, Herrschaft haben über das Knochensystem, und zwar in derselben Weise, wie ich Ihnen diese Herrschaft über gewisse körperliche Eigenschaften auch in bezug auf geringere Fähigkeiten angedeutet habe. Der Mensch hat Herrschaft über sein Blutsystem nur in sehr geringem Maße. Beim Schamgefühl zum Beispiel treibt er sein Blut von innen nach außen; das heißt, die Seele wirkt auf das Blutsystem. Beim Erschrecken, wenn der Mensch erblaßt, treibt er das Blut in sein Zentrum, nach innen zurück. Wenn der Mensch Trauer empfindet, pressen sich die Tränen heraus. Das alles sind gewisse Herrschaften der Seele über das Körperliche. Noch viel mehr Herrschaft über das Körperliche erhält derjenige, der in einem gewissen Grade eingeweiht ist: er erhält die Möglichkeit, in bestimmter Weise die Bewegungen der Teile seines Gehirns willkürlich zu beherrschen und so weiter.
Cite:
GA 112/1909-07-03/p012 · edition original