Zehnter Vortrag
Alles, was da über den «guten Hirten » gesagt wird, soll darauf hindeuten, daß der Christus fühlt: «Ich und der Vater sind eins!»-daß er nicht mehr zu sich anders Ich sagen will, als daß er die Vaterkraft in sich aufnimmt. Hat er vorher gesagt: «Ich bin das Licht der Welt», so sagt er nun: Ich gebe meine Ich-Kraft hin, indem ich den Vater aufnehme in mich, damit der Vater in mir wirkt, daß das Urprinzip in mir fließe und hinausfließen kann in einen anderen Menschen. Ich lasse mein Leben, damit ich es neu empfange. - Das geht der Auferweckung des Lazarus voran.
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GA 112/1909-07-03/p056 · edition original