Elfter Vortrag

GA 112/1909-07-04/p019 ·1909-07-04 · original (original)
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Nehmen wir an, es wäre nicht der Christus gekommen, um neue Kraft einzugießen, um eine neue, geistige Liebe an die Stelle der alten Blutsliebe zu setzen. Was würde dann geschehen sein? Dann würde das, was die Menschen zusammenbringt, die Liebe, mehr und mehr auf dem Erdkreis geschwunden sein; erstorben wäre in der Menschennatur, was die Menschen eint in Liebe. Ohne den Christus wäre das Menschengeschlecht dahin gekommen, allmählich die Liebe unter sich ersterben zu sehen. Die Menschen würden in die einzelne Individualität hineingetrieben werden. Wenn man nur mit der äußerlichen Wissenschaft die Dinge betrachtet, sieht man natürlich nicht, daß dem tiefe Wahrheiten zugrunde liegen. Wenn Sie — nicht mit chemischen Mitteln, sondern mit den Mitteln, die der Geistesforschung zur Verfügung stehen - untersuchen würden das Blut der Menschen von heute und der Menschen einige Jahrtausende vor der Erscheinung des Christus, da würden Sie finden, daß dieses Blut sich geändert hat, daß es einen Charakter angenommen hat, der es immer weniger zum Träger der Liebe macht.

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Cite: GA 112/1909-07-04/p019 · edition original