Elfter Vortrag

GA 112/1909-07-04/p023 ·1909-07-04 · original (original)
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Das also hätte derjenige vorausgesehen, der in der vorchristlichen Zeit hellseherisch durchschaut hätte den Gang der Menschheitsentwickelung. Er hätte sagen können: Ich habe empfangen letzte Reste der alten Hellseherkraft. Ihr Menschen hattet einst die Möglichkeit in uralten Zeiten, hineinzuschauen in die geistige Welt in dumpfem, dämmerhaftem Hellsehen. Das ist nach und nach geschwunden. Es gibt aber noch, wie Erbstücke aus jenen alten Zeiten, die Möglichkeit, in abnormen Geisteszuständen, in traumähnlichen Zuständen hineinzuschauen in die geistige Welt. Da kann der Mensch noch etwas sehen von dem, was hinter der äußeren Oberfläche der Dinge liegt. — Alle alten Sagen und Märchen und Mythen, die wahrhaftig tiefere Weisheit enthalten als die moderne Wissenschaft, sie erzählen davon, in welch hohem Maße einst die Gabe vorhanden war, in besondere Zustände zu kommen. Man nenne es einen Traum, aber in diesem Traum kündigten sich Ereignisse an. Aber nicht so, daß der Mensch in genügendem Maße durch die alte Weisheit behütet sein würde vor dem Streit aller gegen alle. Das verneinte der alte Weise, und er verneinte es in der denkbar stärksten Weise. Er sagte: Wir haben eine uralte Weisheit erhalten. Damals, in der atlantischen Zeit, haben sie die Menschen wahrgenommen in abnormen Zuständen. Auch jetzt noch können einzelne Menschen sie wahrnehmen, wenn sie in abnorme Zustände versetzt werden. Da kündigt sich an, was in der nächsten Zukunft geschehen wird. — Aber was sich da im Traume ankündigte, das gab den Leuten keine Sicherheit; das war trügerisch und wird immer mehr und mehr trügerisch werden. So lehrte der Lehrer der vorchristlichen Zeit, und so stellte er es hin vor das Volk.

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Cite: GA 112/1909-07-04/p023 · edition original