{"corpus":"steiner","locus":"GA 112/1909-07-04/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Bei einer solchen Initiation wurde aus diesem Gefüge von physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich herausgehoben der Ätherleib und der astralische Leib, aber das Ich blieb zurück. Daher konnte der Mensch auch während der dreieinhalb Tage in der Initiation kein Selbstbewußtsein haben. Es war das Selbstbewußtsein ausgelöscht. Der Mensch bekam ein Bewußtsein aus der höheren geistigen Welt, das ihm durch den Priester-Initiator eingeflößt war, der ihn ganz führte; der stellte ihm sein Ich zur Verfügung. Was geschah dadurch eigentlich? Es geschah etwas, was man durch eine Formel ausdrückte, die Ihnen sonderbar erscheinen wird. Aber wenn Sie diese Formel begreifen, dann wird sie Ihnen nicht mehr sonderbar erscheinen. Man drückte das so aus: Wenn ein Mensch im alten Sinne eingeweiht wurde, dann trat heraus das mütterliche Element, und das väterliche Element blieb zurück. Das heißt, der Mensch tötete in sich das väterliche Element — und vereinigte sich mit seiner Mutter in sich -, mit anderen Worten: Er tötete den Vater in sich und heiratete seine Mutter. Wenn der alte Eingeweihte also in dem dreieinhalbtägigen lethargischen Zustand lag, dann hatte er sich mit der Mutter vereinigt und den Vater in sich getötet. Vaterlos war er geworden. Das mußte auch sein, denn er mußte seine Individualität aufgeben, er mußte in einer höheren geistigen Welt leben. Er wurde eins mit seinem Volke. Aber was in seinem Volke lebte, das war ja gerade in dem mütterlichen Element gegeben. Er wurde eins mit seinem ganzen Volksorganismus. Er wurde das, was Nathanael war, und was immer benannt wurde mit dem Namen des betreffenden Volkes, bei den Juden ein «Israeliter », bei den Persern ein «Perser».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-07-04","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-04/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-04/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/112/1909-07-04/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}