{"corpus":"steiner","locus":"GA 112/1909-07-04/p035","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es heißt da: «Die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen.» Jesus — besser der Christus — sollte für die Menschen hinstellen das große Vorbild eines Wesens, das in sich selber die Einigung gefunden hat zwischen sich, zwischen dem Ich und zwischen dem mütterlichen Prinzip. Er wies auf der Hochzeit zu Kana in Galiläa gegenüber seiner Mutter darauf hin: «Es geht etwas von mir zu dir.» Das war ein neues Von-mir-zu-dir-Gehen. Das war nicht mehr im alten Sinne, das bedeutete eine Erneuerung des ganzen Verhältnisses. Das war ein für allemal das große Ideal des Ausgleiches in sich selber, ohne erst den Vater zu töten, das heißt, ohne erst aus dem physischen Leibe herauszugehen, den Ausgleich zu finden mit dem mütterlichen Prinzip im Ich. Jetzt war die Zeit gekommen, wo der Mensch in sich selber die zu große Kraft des Egoismus, des Ich-Prinzips, bekämpfen lernt, wo er lernt, es in das richtige Verhältnis zu bringen mit dem, was im Ätherleib und im astralischen Leib als das mütterliche Prinzip waltet. Daher sollte uns ein schönes Abbild dieses Verhältnisses des eigenen Ich, das das väterliche Prinzip ist, zu dem mütterlichen Prinzip hingestellt werden in der Hochzeit zu Kana als die innere Harmonie, als die Liebe, die da waltet in der Außenwelt zwischen dem Christus Jesus und seiner Mutter. Das sollte ein Abbild sein des harmonischen Ausgleiches zwischen dem Ich und dem mütterlichen Element in sich selber. Das war früher nicht da, das kam erst durch die Tat des Christus Jesus. Da es aber durch die Tat des Christus gekommen war, so kam damit die einzig mögliche Widerlegung die Widerlegung durch die Tat — alles dessen, was hätte kommen müssen unter dem Einfluß jener alten Weisheitserbstücke, die dazu geführt hätten, den Vater zu töten und sich mit der Mutter zu vereinigen. Was also wird bekämpft durch das Christus-Prinzip?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-07-04","location":null,"word_count":312,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-04/p035","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-04/p035"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/112/1909-07-04/p035","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}