{"corpus":"steiner","locus":"GA 112/1909-07-07/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Er wußte aus seiner hebräischen Einweihung heraus: Wenn der Christus-Geist in einem menschlichen Leib gewesen ist und dieser menschliche Leib tot ist, dann muß in der Erdenaura der Christus vorhanden sein. Dann muß es möglich sein für den, der selber mit geistigem Auge in die Erdenaura schauen kann, daß ihm der Christus sichtbar wird. Das wußte er. Nur war er bis dahin nicht fähig geworden, in die Erdenaura hineinzuschauen. Er war zwar ein Ringeweihter in die Weisheit, aber kein Hellseher. Aber er hatte eine Vorbedingung, um ein Hellseher auf einem abnormen Wege zu werden, und diese Vorbedingung spricht er selber aus. Er spricht sie so aus, daß er sie als eine Gnade bezeichnet, die ihm von oben verliehen worden ist: er sagt von sich selber, daß er eine Frühgeburt sei, was gewöhnlich übersetzt wird mit «eine unzeitige Geburt». Er ist nicht ausgetragen worden im mütterlichen Leibe; er ist aus der geistigen Welt in die physische Welt heruntergestiegen, als er noch nicht völlig eingetaucht war in alle Elemente des Erdendaseins. Früher als man sich sonst entreißt jenen Verbindungen, in denen man noch unbewußt den geistigen Mächten angehört, ist er in die Welt gekommen. Das Ereignis von Damaskus wurde dadurch möglich, daß ihm das geistige Auge geöffnet wurde als einer Geburt, die zur Unzeit zur Welt gekommen war. So wurde ihm als einer Frühgeburt das geistige Auge eröffnet; er sah in die Erdenaura hinein und sah, daß der Christus darinnen war. Also mußte der Zeitpunkt, da dieser Christus durch einen physischen Menschenleib gewandelt war, schon dagewesen sein. Der Beweis war ihm geliefert worden, daß der Christus an dem Kreuze gestorben war. Denn derjenige, von dem er wußte, daß er den Tod auf der Erde überwinden würde, der war ihm als geistig Lebendiger erschienen. Das Ereignis von Golgatha kannte er jetzt in seiner Bedeutung. Er wußte: Der Christus ist auferstanden! Denn derjenige, den er gesehen hatte, der konnte früher nicht in der Erdenaura gesehen werden. Jetzt verstand er die Worte:","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-07-07","location":null,"word_count":327,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-07/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/112/1909-07-07/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/112/1909-07-07/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}