Vierzehnter Vortrag

GA 112/1909-07-07/p072 ·1909-07-07 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wie gestern angedeutet worden ist, war zuerst das Markus-Evangelium dazu geeignet, den Menschen, die dazu reif waren, die großen Wahrheiten nahezubringen. Das war in den ersten Jahrhunderten. Die Menschen sollten sich durch eigene Kraft das wieder erobern, aus dem sie herausgekommen waren. Versuchen wir uns klarzumachen, wie der Mensch selber aus göttlich-geistigen Höhen heruntergestiegen ist bis zu einem tiefsten Punkte, der eingetreten war in der Zeit, als das Ereignis von Golgatha wiederum das Hinaufstreben bewirkte. Wie ein mächtiger Anstoß wirkte es, den Menschen wiederum hinaufziehend. Der Mensch war heruntergestiegen aus göttlich-geistigen Höhen, und immer weiter und weiter war er hinuntergekommen. Dann bekam er durch den Christus-Impuls die Kraft, nachdem er sich mit dem neugeborenen geistigen Lichte durchtränkt hatte, sich nach und nach alles Frühere wieder zu erobern, und zwar in dieser Weise: In den unmittel bar auf das Christus-Ereignis folgenden Zeiten mußte der Mensch sich das wiedergewinnen, was er verloren hatte in den letzten Jahrhunderten vor dem Christus. Das konnte er durch das Markus-Evangelium. Was er in einer noch früheren Zeit verloren hatte, das mußte er sich in der dann folgenden Zeit wiedererobern durch ein Evangelium, das ihn mehr auf die Innerlichkeit richtete. Das war das Lukas-Evangelium.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/112/1909-07-07/p072.json
Cite: GA 112/1909-07-07/p072 · edition original