Vierzehnter Vortrag
Wir haben aber auch gesagt, daß sechshundert Jahre vor dem Erscheinen des Christus auf der Erde alles das, was in den früheren Jahrhunderten der Menschheit geistig gegeben worden war und was sie nach und nach verloren hatte, zusammengefaßt worden war von der großen Wesenheit des Buddha. Damals, sechs Jahrhunderte vor Christus, hat die Buddha-Wesenheit gelebt und hat zusammengefaßt, was an uralter Weisheit vorhanden war in der Welt, was der Menschheit verlorengegangen war, und wofür der Buddha ein Verkünder wurde. Daher wird uns erzählt, daß, als der Buddha zur Welt kommt, seine Geburt vorherverkündigt wird seiner Mutter Maya. Es wird weiter erzählt, daß uns entgegentritt einer, der da ankündigt über das Kind: Dieses ist das Kind, das Buddha werden wird, der Erlöser, der Führer zu Unsterblichkeit, Freiheit und Licht! - Dann wird uns in mancher Buddha-Legende berichtet, daß der Buddha als zwölfjähriger Knabe verlorengegangen sei, und daß er wiedergefunden wird unter einem Baume, umgeben von den Sängern und Weisen der Vorzeit, die er lehrte. In meiner Schrift «Das Christentum als mystische Tatsache » werden Sie sehen können, wie sechs Jahrhunderte nach Buddha im Lukas-Evangelium wiederum auftauchen die gleichen Legenden, die über den Buddha erzählt werden, wie durch das Lukas-Evangelium wiederum in einer neuen Form auftritt, was durch den Buddha offenbart worden ist. Daher tritt im Lukas-Evangelium auf, was in den Buddha-Legenden bereits enthalten war. Bis zu diesem Grade stimmen die Dinge zusammen, wenn wir sie im Lichte der geistigen Forschung betrachten.
Cite:
GA 112/1909-07-07/p073 · edition original