Vierzehnter Vortrag

GA 112/1909-07-07/p076 ·1909-07-07 · original (original)
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Draußen, außerhalb des Bereiches dieser Vorträge, quillt das Leben, strömt das äußere Dasein. Die Menschen leben in ihm. Die Geistesforschung wird dieses Leben um kein Atom verkleinern, nichts nehmen von diesem Leben. Aber die Anschauung, die man gewöhnlich von die sein Leben hat, bevor man es mit dem Geiste durchschaut, ist eine unrichtige, und dieses Unrichtige muß uns als die Illusion des Lebens erscheinen. Diese Illusion des Lebens müssen wir in uns ersterben lassen; dann wird aus dem Samen, den wir uns durch eine Illusion erworben haben, in uns ein höheres Leben werden. Das aber kann nur dadurch werden, daß wir die lebendige geistige Anschauung in uns aufnehmen. Dadurch machen wir uns im Leben nicht asketisch, sondern gerade dadurch lernen wir das Leben in seiner wirklichen Gestalt erkennen und tragen in das Leben hinaus eine richtige Lebensbeherrschung, eine richtige Frucht. Dadurch aber verchristlichen wir das Leben in dem Maße, als wir die Geisteswissenschaft selber christlich erleben, und wir erleben ein Abbild dessen, wie der Tod ein Abbild des Lebens wird. In demselben Maße, als wir die Geisteswissenschaft zu unserer Gesinnung machen, entfremden wir uns nicht etwa dem Leben, sondern lernen erkennen, was an unseren Anschauungen von diesem Leben unrichtig ist. Und dann gehen wir gestärkt durch eine richtige Anschauung in dieses Leben hinaus, gehen als Arbeitsame in das Leben, dem wir uns nicht entziehen, nachdem wir Kraft und Stärke gewonnen haben innerhalb einer solchen Betrachtung, die uns in die geistige Welt einführt.

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Cite: GA 112/1909-07-07/p076 · edition original