Fünfter Vortrag

GA 113/1909-08-27/p012 ·1909-08-27 · original (original)
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Nun müssen Sie sich klarmachen, daß der Verkehr, den der Mensch pflegt mit der Außenwelt, sei sie die geistige, sei sie die sinnliche Außenwelt, für ihn selber eine Wirkung hat; daß die Erlebnisse nicht etwas sind, was sozusagen wie ein Weltspiegel da ist, nur damit der Mensch etwas erfährt, sondern, was in solcher Art geschieht, ist dazu da, daß der Mensch in einer ganz bestimmten Weise in seiner Entwickelung vorwärtskommt. Was ist denn eigentlich der Mensch einer gewissen Zeit? Er ist dasjenige, wozu ihn die Weltenkräfte, die in seiner Umgebung leben, organisieren. Wir sind ein Ergebnis dessen, was die Weltenkräfte aus uns geformt haben. Je nachdem diese Weltenkräfte in uns eindringen, werden wir gebildet. Derjenige, welcher gesunde Luft einatmet, bildet nicht nur seine Organe in der entsprechenden Weise aus, sondern auch derjenige, welcher diese oder jene Art des geistigen Lebens aufnimmt, bildet seinen geistigen Organismus, und, weil der körperliche Organismus nur die Wirkung des geistigen ist, auch den körperlichen in entsprechender Weise aus. Der Mensch entwickelt sich fortwährend. Daher werden Sie es begreiflich finden, daß bei all den Völkerschaften dieser nordischen Strömung, weil vorzugsweise in sie die Kräfte der Außenwelt einströmten, vorzugsweise auch die äußeren körperlichen Eigenschaften zur Entfaltung kamen, alles das, was den Menschen von außen bilden kann. Es wurde durch die äußeren Kräfte das entwickelt, was man am Menschen auch äußerlich sehen und wirksam empfinden konnte. Sie finden daher nicht nur die kriegerischen Eigenschaften bei diesen Völkern ausgebildet, sondern auch ein immer vollkommener und vollkommener werdendes Instrument, um die Außenwelt zu durchdringen; das Gehirn selbst wird immer vollkommener unter der Einwirkung der äußeren Kräfte. Daher sind in den Menschen dieses Völkerstromes die Keime zum Begreifen der äußeren Welt vorhanden. Nur aus diesem Völkerstrom konnte das hervorgehen im Geistesleben, was endlich zur Beherrschung der äußeren Naturkräfte und Naturmächte führte. Man möchte sagen, diese Völkermassen legten den Hauptwert darauf, das äußere Instrument des Menschen, dasjenige, was man von ihm nach außen hin sehen kann, immer vollkommener zu machen, nicht nur physisch, sondern auch intellektuell, moralisch und ästhetisch. Immer mehr und mehr wurde vom Geiste hineingegossen in die äußere Körperlichkeit. Die physische Körperlichkeit wurde vollkommener und vollkommiener gemacht, so daß die einzelne Seele, wenn sie von einer Inkarnation zur anderen lebte, bei der nächstfolgenden Verkörperung in der Regel eine bessere Körperlichkeit, vor allen Dingen nicht nur im physischen Sinne, sondern auch im moralischen Sinne finden konnte. Dasjenige also, was den Menschen nach außen hin vergeistigt, was seinen physischen Leib vergeistigt, das konnte unter solchen Einflüssen insbesondere zur Entwickelung kommen.

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Cite: GA 113/1909-08-27/p012 · edition original