Achter Vortrag
Wenn wir von luziferischen Wesenheiten sprechen, so müßten wir den ganzen Umfang des Reiches dieser Wesenheiten kennenlernen, alle ihre Gattungen, Sorten und Arten. Dann würden wir sehen, daß nicht überall da, wo von der Gefährlichkeit einer gewissen Art von luziferischen Wesenheiten gesprochen wird, ein Bewußtsein vorhanden ist von dem ganzen Umfang des entsprechenden Reiches; daß man recht haben kann, wenn man von gewissen Gattungen des luziferischen Reiches so spricht, wie diese oder jene Urkunde spricht; daß man aber zugleich in Betracht ziehen muß, daß die Realität weiter ist, unendlich viel weiter, als die Menschen gewöhnlich wissen können. In einer Zeit, in welcher der Blick nach außen und der Blick nach innen für die Angehörigen einer gewissen Kulturepoche noch sehr scharf war, empfand der Mensch dann, wenn er den Weg nach außen ging zu dem: Das bist du, und nach innen zu dem: Ich bin das All, daß der Weg nach außen und der Weg nach innen zu demselben, zu dem einheitlichen Ich führten. In dieser ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit hat man allerdings über dasjenige vielfach anders denken, anders fühlen können, was den geistigen Reichen zugrunde lag, als später. Daher ist es ungeheuer schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, in jene wunderbare erste nachatlantische Kulturepoche sich hineinzuversetzen und sich zu identifizieren mit einer Seele, die dazumal lebte.
Cite:
GA 113/1909-08-30/p006 · edition original