Achter Vortrag

GA 113/1909-08-30/p029 ·1909-08-30 · original (original)
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Aber noch dunkler und schattenhafter war dasjenige Wesen geworden, das noch in voller Gegenwart des Erkennens in der altindischen Kulturepoche war und sich nun seiner tieferen Wesenheit nach zurückgezogen hatte vor dem Blicke. Noch schattenhafter als Zaruana akarana ist dieses höchste einheitliche Wesen der chaldäisch-ägyptischen Weisheit. Die Chaldäer nennen es Anu, und es bezeichnet etwas, was die Einheit ist der beiden Welten, was aber weit,weit über demjenigen, was man erkennen kann, erhaben liegt. Und auch in diejenigen Regionen, in die noch der Zarathustramensch hinaufgeschaut hat, wagen die Chaldäer nicht mehr hinaufzuschauen, sondern sie schauen hinauf in diejenigen Regionen, die schon sehr nahe stehen dem menschlichen Gedanken. Da, sagen sie, findet sich zwar alles, denn das Höchste findet sich im Niedrigsten auch, aber da finden sie etwas, was sie als ein Wesen bezeichnen, das eine Abschattierung ist von dem Höchsten. Sie nannten das Apason. Dann sahen sie etwas, was ihnen erschien wie eine Abschattung dessen, was wir etwa heute substantiell unter dem Geistesmenschen stehend denken würden, was wir aus dem Lebensgeist geformt denken würden. Das nannten sie etwa so, daß wir ihr Wort nachbilden können, wenn wir sprechen Tauthe. Dann hatten sie ein Wesen, das nannten sie Moymis. Moymis war ungefähr dasjenige, was die Geist-Erkenntnis heute gewohnt ist einen Weltgeist zu nennen, was ein Wesen ist, bei dem das unterste Glied das Geistselbst ist. So erblickten sie eine Dreiheit, die über ihnen stand. Sie waren sich aber bewußt, daß diese Dreiheit nur in bezug auf ihre untersten Glieder ihnen ihre wahre Gestalt zeigte, daß die höheren Glieder Abschattungen des Höheren sind, das sich zurückgezogen hatte vor ihnen. Und wie ein Abkömmling dieser Wesenheit, die etwa Moymis zu nennen ist, in der Region der Ichheit oder des Feuerwesens, muß dann Bel, derjenige Gott, der als der Weltenbildner auch der Volksgott war, angesehen werden.

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