Neunter Vortrag

GA 113/1909-08-31/p004 ·1909-08-31 · original (original)
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Es ist gesagt worden, daß zwischen den Zahlen Sieben und Zwölf ein gewisses Verhältnis besteht, und daß dieses Verhältnis etwas zu tun hat mit Zeit und Raum. Nun ist es zwar möglich, daß das Geheimnis, das damit ausgesprochen ist, nach und nach von allen Menschen verstanden werden kann, aber im Sinne der gegenwärtig allein anerkannten Erkenntnis ist die Sache eine bloße Behauptung. Sie soll zunächst erläutert werden. Man findet sich im Weltengetriebe, darauf konnte schon hingewiesen werden, zurecht, wenn man unterscheidet zwischen denjenigen Verhältnissen, die vorzugsweise räumlich sind, und denjenigen die vorzugsweise zeitlich sind. Man begreift die Welt, wie sie uns umgibt, zunächst in Raum und Zeit. Wenn man sich aber nicht darauf beschränkt, abstrakt von Raum und Zeit zu sprechen, sondern verstehen will, wie sich die Verhältnisse in der Zeit ordnen, und wie sich die einzelnen Wesenheiten im Raum zueinander stellen, dann gibt es einen Faden, der hindurchführt auf der einen Seite durch die Verhältnisse der Zeit und auf der anderen Seite durch die Verhältnisse des Raumes. Wir betrachten geisteswissenschaftlich zunächst den Werdegang der Welterscheinungen. Wir blicken zurück auf frühere Verkörperungen des Menschen, auf frühere Verkörperungen der Rassen, der Kulturen, auf frühere Verkörperungen der Erde selbst. Wir verschaffen uns eine Ahnung von demjenigen, was in der Zukunft, also auch zeitlich geschehen soll. Aber wir finden uns immer zurecht, wenn wir uns sagen: Wir werden die zeitliche Entwickelung von einem Gerüste aus beurteilen, das wir uns bauen durch die Zahl Sieben. - Man darf da nicht konstruieren oder spekulieren und mit der Zahl Sieben allerlei Deutungen vornehmen, sondern man soll zunächst einmal die Tatsachen unter dem Gesichtspunkt der Siebenzahl verfolgen. Es ist dies zunächst nur eine Erleichterung des Betrachtens. Nehmen Sie zum Beispiel den Menschen an, dessen Geistesauge geöffnet ist, so weit, daß er die Tatsachen der Akasha-Chronik in der Vergangenheit prüfen kann, so wird ihn die Siebenzahl dadurch leiten können, daß er sich sagt: Was in der Zeit verläuft, baut sich nach dem Gerüste der Siebenzahl auf; was sich wiederholt in verschiedenen Formen, das betrachtet man gut dadurch, daß man die Sieben zugrunde legt und die entsprechenden Gestaltungen dann aufsucht. — So ist es gut, sich zu sagen: Weil die Erde verschiedene Verkörperungen durchmacht, suchen wir ihre sieben Verkörperungen: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus und Vulkan. Weil die menschlichen Kulturen sieben Verkörperungen durchmachen, suchen wir ihren Zusammenhang, indem wir wiederum die Siebenzahl zugrunde legen. — Wir gehen zum Beispiel zur ersten Kultur in der nachatlantischen Zeit. Die altindische Kulturperiode ist die erste, die zweite ist die urpersische, die dritte die chaldäisch-ägyptische, die vierte die griechisch-lateinische, die fünfte unsere eigene, und wir erwarten die zwei folgenden, welche als die sechste und siebente die unsere ablösen werden. Da haben wir wiederum die Siebenzahl in aufeinanderfolgenden Kulturverkörperungen zugrunde gelegt. Wir können aber auch in dem Karma eines Menschen uns zurecht finden, wenn wir zurückzublicken suchen auf seine drei vorhergehenden Inkarnationen. Wenn man die Inkarnation eines Menschen der Gegenwart nimmt und überblickt von dieser Gegenwart ausgehend die drei vorhergehenden Inkarnationen, dann ist es möglich, gewisse Schlüsse zu ziehen für die drei nächstfolgenden Inkarnationen. Die drei vorhergehenden Inkarnationen und die jetzige mit den drei folgenden geben wiederum sieben. So ist die Siebenzahl ein Leitfaden für alles zeitliche Geschehen.

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Cite: GA 113/1909-08-31/p004 · edition original