Neunter Vortrag

GA 113/1909-08-31/p006 ·1909-08-31 · original (original)
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Nun fragen wir uns: Wie wendet sich das auf dieses menschliche Leben in seiner Entwickelung an? — Wir haben gesagt, daß bis zu dem Zeitpunkt in der Menschheitsentwickelung, der durch den Eintritt des Christus-Prinzipes bezeichnet wird, es sich darum handelt, daß der Mensch, wenn er in sein Inneres hineinblickte, den Weg zu der Götterwelt durch den Schleier seines Inneren suchte, in die luziferische Welt hineinkam. Und wir haben alles dasjenige, was da der Mensch findet, mit einem Sammelnamen als die luziferische Welt bezeichnen können. Das war auch in diesen älteren Zeiten der Weg, auf dem der Mensch seine Weisheit gesucht hat, auf dem er eine höhere Erkenntnis über die Welt gesucht hat, als man hinter dem Teppich der äußeren Sinneswelt finden kann. Der Mensch hat gesucht, indem er sich in seine innere Welt versenkt hat; aus dieser heraus mußten weitere Intuitionen und Inspirationen des moralischen und ethischen Lebens geradeso aufsteigen, wie die Intuitionen des Gewissens aus dieser inneren Welt aufgestiegen sind. Es sind auch alle anderen Intuitionen und Inspirationen, die sich auf das Moralische, auf das Seelische überhaupt bezogen, selbstverständlich aus dem Seelischen aufgestiegen. Daher mußten sich diejenigen hohen Individualitäten, welche Führer waren der Menschheit in diesen alten Zeiten, zunächst, wenn sie über das Höchste die Menschen aufklären wollten, an das menschliche Innere wenden. An das menschliche Seelenleben, an das menschliche Innere mußten sich wenden die heiligen Rishis, mußten sich wenden bei allen älteren Kulturen die großen Lehrer der Menschheit. Das menschliche Innere aber ist kein Räumliches, es ist ein Zeitliches. Das Seelenleben verläuft in der Zeit. Dasjenige, was uns außen umgibt, gruppiert sich im Raum; was innerlich verläuft, gruppiert sich in der Zeit. Daher wird alles dasjenige, was zum menschlichen Innern sprechen will, geprüft an dem Leitfaden der Zahl Sieben. Wie kann man daher ein Wesen am besten verstehen, das zum menschlichen Innern sprechen will? Wie könnte man jene Wesen in ihren Grundeigentümlichkeiten am besten verstehen, die wir zum Beispiel die heiligen Rishis nennen? Dann könnte man sie am besten verstehen, wenn man sie erfaßt in demjenigen Verhältnis, das verwandt ist mit dem zeitlichen Seelenleben. Daher erstand in diesen älteren Zeiten, wo die großen Weisen gesprochen haben, vor allen Dingen diese Frage: Woher stammen sie? — wie wir fragen bei einem Sohne: Wer ist Vater und Mutter? Nach dem Zeitlichen, nach dem Abstammungsverhältnis frug man. Wenn man einen Weisen vor sich hatte, da interessierte man sich vor allen Dingen für die Frage: Woher kommt er? Welches war die Wesenheit, die früher da war? Woher stammt er? Wessen Sohn ist er? Indem man also über die luziferische Welt spricht, muß man die Siebenzahl zugrunde legen und muß sich interessieren, wessen Kind der ist, der da spricht zu der menschlichen Seele. Von den Kindern des Luzifer sprechen wir in diesem Sinne, wenn wir von den älteren Verkündigern der spirituellen Welt sprechen, die hinter dem Schleier des Seelenlebens, die hinter dem Zeitlichen verborgen liegt.

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Cite: GA 113/1909-08-31/p006 · edition original