Siebenter Vortrag

GA 114/1909-09-21/p005 ·1909-09-21 · original (original)
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Wenn die physische Mutterhülle zurückgestreift wird, so ist das, was jetzt vom Menschen geboren ist, eigentlich nur der physische Leib, so daß das, was in den ersten sieben Lebensjahren frei hervortritt, der physische Leib ist. In den verschiedenen Vorträgen über die Erziehung des Kindes ist betont worden, wie wichtig es für den Erzieher ist, gerade dieses zu wissen. Dann, wenn die ätherische Hülle abgestreift wird, liegt frei der Ätherleib; wenn mit dem vierzehnten Jahre die astralische Mutterhülle abgestreift wird, liegt frei der Astralleib. Genau gesprochen können wir aber die menschliche Wesenheit nur verstehen, wenn wir von jener Gliederung ausgehen, die in meiner «’Theosophie» angegeben ist. Dort sind die höheren, die seelischen Glieder der menschlichen Natur noch weiter geteilt. Da finden wir zunächst an den Lebensleib sich anschließend das, was man den Empfindungsleib nennt, und eigentlich ist bis zum einundzwanzigsten Jahre, genau gesprochen, gegenüber der äußeren Welt erst der Empfindungsleib vollständig frei. Mit dem einundzwanzigsten Jahre wird allmählich im Menschen dasjenige frei, was man die Empfindungsseele nennt; mit dem achtundzwanzigsten Jahre wird die Verstandes- oder Gemütsseele frei, und nachher die Bewußtseinsseele. So ist es beim gegenwärtigen Menschen. Und wer, geleitet durch die Erkenntnis der Geisteswissenschaft, das menschliche Leben beobachtet, der weiß sehr wohl, daß diese Entwickelungsstadien vorhanden sind. Und die, welche die großen Führer der Menschheit sind, wissen auch, warum das fünfunddreißigste Jahr ein so wichtiges ist. Dante wußte, warum er besonders auf sein fünfunddreißigstes Jahr hinwies, als er erklärte, daß er da jene gewaltigen Weltvisionen hatte, die in seinem großen Weltengedichte niedergelegt sind. Gleich im Anfange der «Göttlichen Komödie» finden wir darauf hingewiesen, daß er diese Visionen im fünfunddreißigsten Lebensjahr hatte. Da ist die Wesenheit des Menschen so weit, daß sie diejenigen Fähigkeiten als Werkzeuge voll benutzen kann, welche am Empfindungsleib, an der Empfindungsseele und an der Verstandes- oder Gemütsseele hängen.

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