Neunter Vortrag
Wir wissen, daß die Umschreibung der großen Lehre vom Mitleid und von der Liebe, wie sie Buddha gebracht hat, im achtgliedrigen Pfade liegt, und wir fragen uns: Was stellt eigentlich dieser achtgliedrige Pfad für ein Ziel dar? Wir können die Frage auch so stellen: Wohin gelangt der Mensch, der nun wirklich aus den Tiefen seiner Seele heraus den achtgliedrigen Pfad als sein Lebensideal hinstellt, wenn er sich dieses Ziel so vor Augen setzt, daß er sagt: Wie werde ich am vollkommensten? Wie reinige und läutere ich mein Ich in der allervollkommensten Weise? Was muß ich alles tun, um in möglichst vollkommener Weise mein Ich in die Welt zu stellen? Er wird sich sagen: Wenn ich alles beobachte, was im achtgliedrigen Pfade gesagt wird, dann wird mein Ich das denkbar vollkommenste werden, denn alles geht auf die Läuterung und Veredelung des Ich; alles, was aus diesem wunderbaren achtgliedrigen Pfade herausstrahlen kann, soll sich sozusagen in uns hineinarbeiten, alles ist Arbeit unseres Ich an seiner Vervollkommnung. Das ist das Wesentliche. Wenn also die Menschheit das, was der Buddha als das «Rad des Gesetzes» rollen ließ, wie der technische Ausdruck heißt, weiter bei sich entwickeln würde, so würde sie nach und nach dazu kommen, möglichst vollkommene Iche zu haben, beziehungsweise zu wissen, welches die vollkommensten Iche sind. Im Gedanken, als Weisheit, würde die Menschheit die vollkommensten Iche haben. Wir könnten auch sagen: Buddha hat der Menschheit die Weisheit von der Liebe und dem Mitleid gebracht, und wenn wir unseren Astralleib so durchsetzen, daß er ganz ein Produkt des achtgliedrigen Pfades ist, dann wissen wir, was wir wissen sollen über die Gesetze von der Lehre des achtgliedrigen Pfades.
Cite:
GA 114/1909-09-25/p021 · edition original