{"corpus":"steiner","locus":"GA 114/1909-09-25/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So mußten diese beiden zusammenwirken, und so mußte es geschildert werden, um das Lukas-Evangelium verständlich zu machen. Das tritt uns aber auch sogleich entgegen, wenn wir die Worte, die uns im Lukas-Evangelium gegeben werden, im richtigen Sinne zu deuten wissen (Lukas 2, 13-14). Da sind die Hirten, die herbeieilen, um die Verkündigung zu empfangen. Da oben ist die Engelschar, die nichts anderes ist als der geistig imaginative Ausdruck für den Nirmanakaya des Buddha. Was wird ihnen verkündet von dem, was da oben ist? Die Offenbarung des weisheitsvollen Gottes aus den Höhen! Das verkündet ihnen der Nirmanakaya des Buddha, der als Engelschar über dem nathanischen Jesuskindlein schwebt. Aber noch etwas anderes wird hinzugefügt: «Und Frieden den Menschen auf der Erde unten, die durchdrungen sind von-einem guten Willen», das heißt denjenigen Menschen, in denen die wirkliche lebendige Kraft der Liebe aufkeimt. Das ist es, was sich nach und nach auf der Erde verwirklichen muß durch den Einschlag, den der Christus gegeben hat. Er brachte die lebendige Kraft hinzu zu dem, was die «Offenbarung aus den Höhen» war. Das brachte er in jedes Menschenherz hinein und brachte jeder Menschenseele etwas, wovon diese Menschenseele überfließen konnte. Er gab ihr nicht bloß etwas, was eine Lehre war, die man aufnehmen konnte als Gedanke und Idee, sondern eine Kraft, die hinausfließen kann aus dieser Menschenseele. Und keine andere Kraft als jene, die als Christus-Kraft in der Menschenseele wirken kann, und welche die Menschenseele überströmen lassen kann, ist diejenige, welche ständig — zum Beispiel im Lukas-Evangelium und in den anderen Evangelien - als die Kraft des Glaubens bezeichnet wird. Das ist Glaube im Sinne der Evangelien. Derjenige hat den Glauben, der in sich aufnimmt den Christus, so daß der Christus in ihm lebt, daß sein Ich nicht bloß als ein leeres Gefäß in ihm lebt, sondern einen überfließenden Inhalt hat. Und dieser überfließende Inhalt ist kein anderer als der Inhalt der Liebe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-09-25","location":null,"word_count":315,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/114/1909-09-25/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/114/1909-09-25/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/114/1909-09-25/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}